Ausweitung der Aldizone

TRIER-HEILIGKREUZ. Am Donnerstag öffnet der neue Aldi-Discounter in der Heiligkreuzer Wisportstraße. Glaubt man den Berechnungen der Verkehrsplaner, dürfte es zu keinen größeren Staus kommen.

Nur dort, wo die Marktanalysten von Aldi mit mindestens 4000 Kunden pro Tag rechnen, errichtet die größte Discounter-Kette Deutschlands einen ihrer Märkte mit dem orange-blauen Logo. Für Heiligkreuz dürfte die Prognose gut gewesen sein: Mit dem Vollsortimenter Edeka ist durch Mitnahme-Effekte zu rechnen und weder in Mariahof, noch im östlich anschließenden Quartier oder in Heiligkreuz gibt es bereits einen Discounter. Auch einige Einkäufer von der Weismark und aus Feyen dürften den neuen Aldi den beengten Verhältnissen in der Saarstraße oder den Discountern auf der anderen Moselseite vorziehen.100 Sekunden Wartezeit

Zu dauerhaften Verkehrsproblemen soll es dabei - zumindest laut städtischer Analyse - nicht kommen. Dazu hat die Stadt im Vorfeld das Verkehrsaufkommen an den Knotenpunkten Straßburger Allee/Metzer Allee und Straßburger Allee/Wisportstraße analysiert: Bisher fahren auf dem Anfangsstück der Straßburger Allee rund 770 Autos pro Stunde Richtung Mattheiser Weiher, davon biegen gut 70 nach rechts in die Wisportstraße ein. Rund 740 Autos fahren stündlich auf der Straßburger Allee in die entgegengesetzte Richtung, 30 davon biegen nach links in die Wisportstraße ein. Aus der Wisportstraße heraus auf die Straßburger Allee rollen stündlich rund 130 Autos, die meisten davon, nämlich 90, biegen links ab Richtung Metzer Allee. Insgesamt ergab die Untersuchung eine "Kapazitätsauslastung" von 66 Prozent und eine "gute Qualität des Verkehrsablaufs". Lediglich die gemeinsame Rechts- und Linksabbiegespur auf der Wisportstraße weise mit rund 70 Sekunden eine längere Wartezeit auf.Nadelöhr Wisportstraße wird entlastet

Hat der Kunden-Magnet Aldi erstmal geöffnet, rechnen die Verkehrsplaner statt der 770 mit rund 820 Autos, die pro Stunde auf der Straßburger Allee Richtung Westen fahren, rund 130 davon bögen schätzungsweise nach rechts in die Wisportstraße zum Aldi-Einkauf ab. Aus der anderen Richtung, von Mattheis aus, sollen statt 750 rund 770 Autos stündlich auf der Straßburger Allee unterwegs sein, 58 (statt 30) sollen davon nach links in die Wisportstraße einbiegen. Dass sich die Zahl der Autos, die auf der Straßburger Allee unterwegs sind, nicht genau um die Zahl der Aldi-Einkäufer erhöht, liegt daran, dass es sich dabei nicht komplett um "Neuverkehr", sondern auch um Autos handelt, die auch vorher schon auf der Straßburger Allee regelmäßig unterwegs waren. Um das Nadelöhr Wisportstraße zu entlasten, wurde der Einmündungsbereich zur Straßburger Allee ausgeweitet. Ab Donnerstag sollen eine Rechts- und eine Linksabbiegespur für eine Verbesserung des Verkehrsflusses sorgen. Trotzdem: Die mittlere Wartezeit für das Einbiegen von der Wisportstraße auf die Metzer Allee wird bei 100 Sekunden liegen, für die städtischen Verkehrsplaner eine "akzeptable Verkehrsqualität". Zu stärkerem Verkehr wird es auch in der De-Nys-Straße kommen: Viele, die zuerst bei Edeka eingekauft haben und anschließend zu Aldi wollen, nicht aber die viel befahrene Straßburger Allee nutzen möchten, werden den Weg durch den Ortskern und die schmale De-Nys-Straße wählen, heißt es in den städtischen Prognosen. Die Kosten für den Ausbau der Straße, den Neubau des Gehwegs und die Verlegung des Eselspfads (der TV berichtete) trägt Aldi. Weil die Wisportstraße in einem desolaten Zustand war, hat das Tiefbauamt Synergieeffekte genutzt und sich an die Arbeiten "angehängt" und Flächen und den Gehweg, die unmittelbar an den von Aldi finanzierten Einmündungsbereich angrenzen, für rund 28 000 Euro saniert. "Außerdem ist angedacht, einen Fußgängerüberweg über die Wisportstraße im Bereich der De-Nys-Straße anzulegen", informiert das Tiefbauamt.