Auswirkungen auf Arbeitsplätze: Coca-Cola schließt Standort Kenn

Kostenpflichtiger Inhalt: Getränkehersteller : Auswirkungen auf Arbeitsplätze: Coca-Cola schließt Standort Kenn

Ab Ende August werden die Getränke von Mannheim und Liederbach im Taunus aus geliefert.

19 von 27 Arbeitsplätzen sind betroffen: Die Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH plant die Schließung des Standorts Kenn. Grund: Der Getränkehersteller Coca-Cola will sein Logistiknetzwerk weiter bündeln. Im Zuge dessen soll laut Unternehmen der Standort Kenn zum 31. August geschlossen werden. Es sei geplant, die Logistik-Aktivitäten an die Standorte in Liederbach im Taunus und Mannheim zu verlagern. Die verbleibenden Aufgaben sollen an externe Partner übergeben werden. Die Außendienstmitarbeiter aus dem Vertrieb sind nicht betroffen.

Hintergrund für diese Entscheidung sind laut Unternehmen veränderte Bedürfnisse der Handels- und Gastronomie-Kunden beim Bezug der Ware von Coca-Cola. Ein immer größerer Teil der produzierten Ware werde entweder direkt in die Zentrallager der Kunden geliefert oder von den Kunden an den Produktionsstandorten übernommen. Dies führt am Standort in Kenn zu einer deutlich geringeren Auslastung der Logistik, die dadurch nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden kann.

Nach Auskunft von Jerome Frantz von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kommt vor allem der Zeitpunkt überraschend. Es sei klar gewesen, dass der Standort Kenn, an dem Getränke vor allem gelagert und zu den Kunden weitertransportiert werden, zur Disposition gestanden habe. Deshalb sei auch ein Strukturtarifvertrag abgeschlossen worden, der beispielsweise Grundlage für die nun anstehenden Zahlungen von Abfindungen sei. „Die Abfindungen werden höher als die normalerweise üblichen ausfallen“, sagt Frantz im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund.

Felicitas von Kyaw, Geschäftsführerin Personal, sagt: „Uns ist bewusst, dass die geplanten Veränderungen für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen sehr schmerzhaft sind.“ Sie seien notwendig, um „in einem umkämpften und dynamischen Markt unsere Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und unser Geschäft zukunftssicher zu machen.“

Laut Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH sei es Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Deshalb würden – einvernehmliche Lösungen und alternative Stellen an anderen Standorten für betroffene Mitarbeiter gesucht. Neben Kenn sind auch die Standorte Ziesendorf (Landkreis Rostock), Hamburg, und Ramstein (Landkreis Kaiserslautern)  von der Schließung bedroht.