Auszeichnung "Leuchtpunkt" für biologische Vielfalt im Schlossberg

Natur : Ein Leuchtpunkt im Ruwertal

Biologische Vielfalt auf der Rebfläche Schlossberg: Ein besonderer Fleck Natur in Sommerau darf sich nun ganz offiziell als reich an Tier- und Pflanzenarten rühmen.

Schlossberg, Mühle, Ruwer, 76 Einwohner – Sommerau ist das kleinste Dorf in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer, das einzige mit Wasserfall und das einzige mit Burg. Für eine besondere Auszeichnung haben sich jüngst mehr Besucher vor dem Gut Sommerau versammelt, als Menschen in dem Ort leben.

Der 21-jährige Felix von Nell hatte angeleiert, was nun offiziell ausgezeichnet, bestaunt und gefeiert wurde: Im Rahmen der Initiative Lebendige Moselweinberge darf sich der Sommerauer Schlossberg nun Leuchtpunkt nennen, weil dort auf kleinem Raum viele Arten leben. Genauer gesagt: Leuchtturm der biologischen Vielfalt im Weinanbaugebiet Mosel. So wie weitere sieben Rebflächen: Wawerner Jesuitenberg, Nitteler Fels, Trittenheimer Fährfels, Piesporter Moselbogen, Erdener Prälat/Treppchen & Ürziger Sonnenuhr, Mesenischer Steinreichskäpp, Lehmener Würzlay/Herzstück Razejungewingert.

Felix von Nell liebt Fauna und Flora. Der Winzerlehrling ist in Trier-Olewig aufgewachsen, „mitten in der Stadt und doch im Grünen, mit Eseln, Schafen, Ziegen“, wie er sagt. Ein Dreivierteljahr lang hat er Dienstag für Dienstag freiwillig unter anderem viel über Schnecken, Bienen, Kräuter und Weinberge gelernt und ist somit einer der ausgebildeten Naturerlebnisbegleiter Mosel, ein Kenner der Artenvielfalt.

Man merkt ihm sein geballtes Wissen und seine Begeisterung für die Natur an, während er eine Gruppe durch einen ganz besonderen Teil von Sommerau lotst: Weinbergschnecken säumen den Weg zu dem Teich am Fuß des Rollschieferbergs mit seinen Rebstöcken. Teichmummeln leuchten auf dem Grün aus unzähligen Seerosenteichblättern, Fischreiher suchen das Weite, ein Hund bellt.

Die steilen Rebflächen gehören Michael Willkomm aus Bernkastel-Kues. „Wenn Sommerau was bringt, dann alles“, hatte er zuvor den Besuchern gesagt und vom exzellenten Wein geschwärmt. Auch VG-Bürgermeisterin Stephanie Nickels, Sommeraus Ortsbürgermeisterin Doris Scherf, der erste Kreisbeigeordnete Arnold Schmitt sowie Ruwerweinkönigin Lea I. hatten die Gäste begrüßt und das kleinste Dorf der VG hochgelobt. „Geheime Schatzkammer der Mosel“, nannte Nickels augenzwinkernd das Idyll an der Ruwer. Sowohl Scherf als auch Schmitt betonten, Leuchtpunkt zu sein, bedeute auch, einen kleinen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten.

Sommeraus Ortsbürgermeisterin hofft auf eine ansteckende Wirkung. Hubert Friedrich, Leiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel, überreichte der Gemeinde die Leuchtpunkt-Urkunde, und direkt am Wegesrand des Ruwer-Hochwald-Radwegs wurde ein Schild enthüllt, das nun auf die ökologische Besonderheit Sommeraus aufmerksam macht.

Weitere Infos über die Leuchtpunkte und den Naturerlebnisbegleitern
im Internet unter
www.lebendige-moselweinberge.de

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