Auszeichnung, Lob – und mahnende Worte vom Trierer Oberbürgermeister

Kommunalpolitik : Auszeichnung, Lob – und mahnende Worte vom Trierer Oberbürgermeister

Klare Worte bei der Feierlichen Ratssitzung: „Jetzt reicht’s!“ – Oberbürgermeister Leibe will Beleidigungen von Ratsmitgliedern, wie bei der Demonstration gegen Straßenbaubeiträge, nicht dulden.

Trotz des feierlichen Rahmens und den mit viel Applaus bedachten Klängen des Gitarrenduos Klaus Lieser und Stephan Völpel waren bei der feierlichen Ratssitzung der Stadt Trier auch ernste und mahnende Worte zu hören. So nahm Oberbürgermeister Wolfram Leibe in seine Ansprache Bezug zu der Demonstration gegen Anliegerbeiträge am Dienstag auf dem Augustinerhof. „Jetzt reicht’s!“, formulierte er mit Blick auf den verbalen Spießrutenlauf der Ratsmitglieder auf ihrem Weg in den Rathaussaal. „Stadtratsmitglieder wurden vor der Tür beleidigt. Der Ton war von Aggressivität geprägt. Wir machen Kommunalpolitik für die Bürgerinnen und Bürger und nicht, um dafür auch noch persönlich angegriffen zu werden. Lassen Sie uns gemeinsam Grenzen setzen, sonst diskutieren wir irgendwann, dass Ratsmitglieder geschlagen und ermordet werden. Lassen Sie uns frühzeitig sagen: Halt!“ Für diese Aussagen erhielt er von allen Anwesenden viel Applaus.

Nach der Ehrung und Verabschiedung zahlreicher Kommunalpolitiker – der Bericht zur Verleihung der Ehrenringe ist bereits in unserer Ausgabe vom Freitag erschienen – skizzierte Hermann Kleber (UBT) im Namen der Geehrten in seiner Rede die Herausforderungen für die Arbeit als Mitglied des Stadtrats. Das sei Last, Lust und Frust gleichermaßen. „Die Anforderungen sind quantitativ und qualitativ gestiegen“, erläuterte Kleber mit Blick auf das eigene 20-jährige ehrenamtliche politische Engagement. „Zurücklehnen, wegducken und verstecken hinter anderen Ratsmitgliedern gibt es nicht, vor allem in den kleinen Fraktionen.“

Die Mitglieder des neuen Stadtrats forderte er auf, aktiv und selbstbewusst zu sein. „Sie spielen auf dem Centercourt und nicht auf einem Nebenspielplatz der Demokratie! Seien Sie stolz, dort spielen zu dürfen. Seien Sie sich der Verantwortung und der Größe Ihrer Aufgabe bewusst. Und denken Sie dabei gelegentlich auch an Ihre Zuschauer.“

Für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Stadtrat Trier wurden geehrt: Bertrand Adams (30 Jahre), Thomas Albrecht (25 Jahre), Maria Duran Kremer (20 Jahre), Hermann Kleber (20 Jahre), Rainer Lehnart (30 Jahre), Margret Pfeiffer-Erdel (30 Jahre) und Hans-Alwin Schmitz (25 Jahre).

Aus dem Trierer Stadtrat verabschiedet wurden: Heinz Gerhard Arnold, Philipp Bett, Karl Biegel, Petra Block, Tamara Breitbach, Carl-Ludwig Centner, Antje Eichler, Jutta Föhr, Heike Franzen, Horst Freischmidt, Darja Henseler, Lydia Hepke, Peter Hoffmann, Christa Jessulat, Petra Kees, Hermann Kleber, Margret Pfeiffer-Erdel, Martha Scheurer, Detlef Schieben, Wolfgang Schmitt, Nikolaj Stöckle-Jacob, Rosemarie Wessel, Wilhelm Winkler und Michael Witzel.

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