Auszeichnung zum Abschied

Seit 15 Jahren hat Wilhelm Holtmann als Gründungsvater und Präsident das Profil und die Arbeit der Caspar-Olevian-Gesellschaft maßgeblich bestimmt. Nun wurde er aus seinem Amt verabschiedet und erhielt für seine Forschungsarbeit den Caspar-Olevian-Preis.

Mit seinem Ausscheiden aus dem Präsidentenamt der Caspar-Olevian-Gesellschaft wird Wilhelm Holtmann (Dritter von links) mit dem Caspar-Olevian-Preis ausgezeichnet. Es gratulieren (von links) Schatzmeister Hans-Georg Becker, Vizepräsident Gerhard Robbers, Andreas Mühling, neugewählter Präsident, Beisitzer Andreas Heinz und Edwin Klee, der als Schriftführer ebenfalls aus dem Präsidium ausscheidet. TV-Foto: Cordula Fischer

Trier. Ganz in der Tradition Caspar Olevians soll der im Zwei-Jahres-Rhythmus vergebene Caspar-Olevian-Preis mit der Förderung wissenschaftlicher Arbeiten aus den Bereichen Theologie, Pädagogik, Geschichte und Jura die Grenzen der Konfessionen aufbrechen helfen. Obwohl Judith Becker, Theologin aus Heidelberg, die Auszeichnung erst im vergangenen Jahr entgegengenommen hatte, wurde nach zwölf Monaten bereits ein neuer Preisträger gewählt. Die Laudatio für Wilhelm Holtmann (80) hielt dessen Nachfolger im Präsidentenamt Andreas Mühling, Honorarprofessor für evangelische Kirchengeschichte und Pfarrer der evangelischen Studierendengemeinde an der Universität Trier.1961 war Holtmann als Vikar und Studentenpfarrer nach Trier gekommen, begleitete den Bau der Heiligkreuzer Christuskirche von der Grundsteinlegung an, übernahm Lehraufträge in Trier und Koblenz-Landau, war Schulreferent des Kirchenkreises Trier und Mitglied in verschiedenen Prüfungskommissionen und Ausschüssen, der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie Mitarbeiter in der Redaktion der reformierten Kirchenzeitung und Mitherausgeber der reformierten Bekenntnisschriften. Caspar Olevian immer noch aktuell

Als roter Faden ziehe sich das Thema Caspar Olevian durch Holtmanns Leben, theologische Existenz und jahrzehntelange wissenschaftliche Forschungsarbeit, sagte Mühling. Auch Christoph Pistorius, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Trier, überbrachte Glückwünsche und Dank für Holtmanns Bemühungen um das geistige Erbe Caspar Olevians.Als Eintrittskarte in sein neues Amt lieferte Andreas Mühling seinen Festvortrag über den "späten" Olevian in der Zeit nach 1576, einer Zeit des "konfessionellen Ringens". Er stellte Erkenntnisse vor, die er im März 2008 ausführlich in einem Buch veröffentlichen will. "Das Streben nach inhaltlicher Profilierung bedingt die Suche nach Gemeinsamkeiten - nicht zuletzt durch diese Einsicht Olevians ist nach 400 Jahren Reformationsversuch eine weitere Beschäftigung mit ihm unumgänglich", erklärte Mühling. Programmatisch sei dies auch für die Caspar-Olevian-Gesellschaft, auf die in den kommenden Jahren viel Arbeit zukomme.Mit Holtmann wurde auch Schriftführer Edwin Klee aus dem Präsidium verabschiedet.