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Verkehr
Tägliche Staus frustrieren Luxemburg-Pendler

 An der Sauertalbrücke gibt es derzeit zwei Mal am Tag lange Staus, da das Bauwerk saniert wird.
An der Sauertalbrücke gibt es derzeit zwei Mal am Tag lange Staus, da das Bauwerk saniert wird. FOTO: Hans Krämer
Langsur/Trier. Muss das denn sein? Autofahrer sind sauer wegen der Arbeiten auf der Sauertalbrücke. Die Planer erklären, warum das so gemacht wird, wie es gemacht wird. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Eine gefühlte Endlosbaustelle zwischen Trier-Zewen und Igel, Konz eine einzige große Sperrungsorgie, Arbeiten am neuen Verkehrskreisel in Temmels und nun noch Sanierungsarbeiten auf der Sauertalbrücke der Autobahn 64. Muss das denn sein? So wie Karin Cartus haben derzeit viele Verkehrsteilnehmer damit zu kämpfen, dass es wieder einmal etwas länger dauert. Im sozialen Netzwerk Facebook heißt es beispielsweise, dass allein die Fahrt von Zewen nach Wasserbillig 55 Minuten gedauert habe. Ohne Baustelle würde man das vermutlich in gut 15 Minuten schaffen. Richtung Luxemburger Grenze vermeldete der Verkehrsfunk täglich sechs Kilometer Stau.

Pendlerin Cartus macht sich inzwischen 20 Minuten früher als sonst auf zur Fahrt ins luxemburgische Contern. „Das geht noch. Ärgerlich ist es trotzdem“, sagt sie. Denn gleich zwei Mal täglich ist Stau und zäh fließender Verkehr angesagt. Morgens Richtung Luxemburg, abends Richtung Trier. Cartus fragt sich, warum das sein muss. Ließe sich der Verkehr nicht intelligenter führen, so dass wenigstens für eine Fahrtrichtung zwei Spuren zur Verfügung stehen?

Karin Cartus steht mit diesen Fragen nicht alleine. Auch andere Leser haben sich gemeldet und wollen beispielsweise wissen, warum die Arbeiten denn gerade jetzt ausgeführt werden müssen. Inzwischen gibt es auch eine Online-Petition zum Thema. Der TV hat beim zuständigen Landesbetrieb Mobilität (LBM) nachgefragt. Dessen Pressestelle stellt dar, warum die vermutlich bis Ende Juni bestehende Baustelle Anfang Mai mit drei Wochen dauernden Vorarbeiten begonnen haben (der TV berichtete). Pressesprecherin Birgit Küppers sagt, dass die Frage der Spuraufteilung intensiv besprochen worden sei. „Sowohl für die Verkehrsteilnehmer als auch für die Bauarbeiter sind strenge Standards bei den Sicherheitsvorgaben einzuhalten.“ Es gebe Probleme mit der Tragfähigkeit der Brücke (siehe Info). Zudem gebe es Sicherheitsdefizite bei den Absturzsicherungen am Brückenrand. Deshalb seien Stahlleitwände aufgestellt worden. „Diese können vor der angesprochenen Großsanierung nicht weggenommen werden, damit eine weitere Spur frei wird.“ Der Querschnitt der Brücke lasse deshalb keine drei Fahrstreifen auf einer Brückenhälfte zu. Die Mindestfahrspurbreiten können nicht unterschritten werden.

Ebenfalls ist laut LBM-Pressestelle überlegt worden, nur auf einer Seite zu bauen und nur dort einspurig zu fahren. Das sei verworfen worden, da seitliche Sicherheitsabstände zwischen Verkehr und Baufeld (Bauarbeitern) nicht eingehalten würden. Birgit Küppers: „Das Problem ist, dass die Brücke einfach zu schmal für weitere Spuren ist.“

Und warum wird jetzt gebaut, wo beispielsweise zwischen Igel und Trier-Zewen auch noch gebaut wird? Dazu sagt Küppers: Eigentlich sollte bereits im Herbst 2017 die Brücke saniert werden. „Der Auftrag war bereits vergeben.“ Der Sanierungsbeginn sei jedoch ins Frühjahr 2018 verschoben worden, da dann die Hauptarbeiten auf der B 49 beendet sein sollten. Auf der anderen Moselseite in Temmels habe der LBM die Restarbeiten bis auf einen Zeitraum nach Sanierungsende der Sauertalbrücke verschoben. Der LBM empfiehlt Trier-Pendlern, diese Strecke für ihre Fahrt nach Luxemburg zu nutzen. Die aktuelle Verkehrssituation zeige die Notwendigkeit von Infrastruktur-Alternativen wie zum Beispiel dem Moselaufstieg.

Der LBM resümiert, dass es Bauen ohne Verkehrsbeeinträchtigung nicht geben könne. „Wegen der Fülle an notwendigen Sanierungen im Raum Trier gibt es kein optimales Zeitfenster für irgendeine Bautätigkeit.“ Dass die Luxemburger den Saueraufstieg zur Grenztankstelle an der Anschlussstelle Wasserbillig gesperrt hätten, sei ein Zeichen dafür. Eine echte Alternative wäre diese Streckenführung jedoch auch nicht gewesen.