Autobrand-Serie in Trier: Auf der Suche nach dem Feuerteufel

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Zum dritten Mal binnen neun Tagen ist auf dem Parkplatz unterhalb der Konrad-Adenauer-Brücke in Trier ein Auto in Flammen aufgegangen. Die Polizei geht erneut von Brandstiftung aus – und sucht weiter Zeugen.

Bei den ersten beiden Wagen – einem Fiesta am Donnerstag, 28. November, und einem Citroen am Montag, 2. Dezember – ist die Polizei sich sicher, dass ein Brandstifter am Werk war. Beide Autos brannten jeweils gegen 17.30 Uhr auf dem Parkplatz unterhalb des westlichen Kopfs der Konrad-Adenauer-Brücke aus. In der Nacht zum Freitag ging dort gegen 1.30 Uhr dann der dritte Wagen in Flammen auf. Diesmal ein BMW.

Von einer Serie spricht die Polizei allerdings erst, wenn zwischen mehr als zwei Fällen zweifellos Zusammenhänge bestehen. An den Überresten des BMW laufen die technischen Untersuchungen allerdings noch. „Hundertprozentig können wir daher noch nicht sagen, dass es auch diesmal Brandstiftung war“, sagt Polizeipressesprecher Uwe Konz. Zudem habe der BMW ziemlich abseits von den beiden ersten Fällen gestanden. Und statt am frühen Abend, wie bei den ersten beiden Autos, liegt der Tatzeitpunkt diesmal in der Nacht.

Autobrand-Serie in Trier: Feuerteufel zündet Fahrzeuge an

Untersucht werde auch, ob es Zusammenhänge gibt zu einer Matratze, die am Donnerstag gegen 17.15 Uhr in der Karl-Marx-Straße gebrannt hat. Die Matratze war als Sperrmüll am Straßenrand abgestellt. „Bislang drängt sich uns kein Zusammenhang zu den Autobränden auf, aber natürlich prüfen wir das“, sagt Konz. Auch der in der Nacht zum Mittwoch auf dem Rewe-Parkplatz in Trier-Ehrang ausgebrannte Lieferwagen werde in diesem Kontext untersucht.

Am Tatort unterhalb der Konrad-Adenauer-Brücke sind am Freitagmittag zwar noch Spuren der Brände zu sehen – verkohlte Rasenflächen und Areale, die mit Sand abgestreut sind, um ausgelaufene Schadstoffe aufzusaugen.  Ansonsten sind die Parkplätze unter der Brücke und auf dem angrenzenden Mitfahrerparkplatz allerdings ganz normal belegt. Noch hat sich die Sache nicht bei allen rumgesprochen.

Autobrände in den Trierer Moselauen Kopie. Foto: TV/Schramm, Johannes

Auch nicht bei dem Hermeskeiler, der am Freitagvormittag auf dem Moselradweg von seiner flotten Tour ins luxemburgische Remich zurückkommt. Seelenruhig verfrachtet er sein Velo in den Kofferraum seines Kombis.

Dass ein Feuerteufel nur wenige Meter weiter Autos angezündet hat, überrascht ihn. „Ich parke etwa drei-, viermal pro Woche hier, allerdings immer tagsüber. Und tagsüber wird ja wohl nichts passieren“, meint der Sportler.

In der Nacht zum Freitag stand auf dem Parkplatz in den Moselauen ein BMW in Flammen. Foto: TV/Polizei Trier

 Ein junger Mann – dicke Wollmütze, Kapuzenpullover, Sporthose – kommt mit seinem schnittigen VW Golf angefahren, parkt unter der Brücke, steigt aus, steckt sich eine Zigarette an. Auch er ist ahnungslos. Dass die Asphaltfläche hinter dem nächsten Brückenpfosten ein Treffpunkt für Autofreunde ist, weiß er. „Ja, die Szene trifft sich hier, um sich gegenseitig ihre Autos vorzuführen, laute Auspuffe, so was halt“, sagt er. Auf einer hinter dem nächsten Brückenpfeiler versteckten Asphaltfläche zeugen schwarze, kreisförmige Reifenspuren – so genannte Driftspuren – dass die Jungs hier auch mal Bremsen und Kurvenlagen ihrer Autos testen. „Aber das ist auch alles. Auf die Idee, ein Auto anzustecken, käme von uns ganz sicher niemand“, sagt der junge Saarburger.

Der Polizei ist der Auto-Treff bekannt. „Natürlich haben wir da ein Auge drauf – ob zum Beispiel jemand unterwegs ist, an dessen Auto nicht eingetragene Betriebsteile verbaut sind“, sagt Polizeisprecher Konz. „Aber das ist ein komplett anderes Thema – einen Zusammenhang zu den Bränden sehen wir nicht.“ Zumal die verbrannten Wagen auch keine getunten Schlitten gewesen seien: „Das waren ganz normale, ältere Autos, ohne besondere Merkmale.“

Wenige Meter weiter flussabwärts liegt der „Reisemobilpark Treviris“, eine große, trist gepflasterte Fläche, auf der rund ein Dutzend Wohnmobile stehen. Ansonsten ist der Stellplatz menschenleer. Lediglich am Kassenautomat, an dem man die Stellplatzgebühr bezahlen kann, steht ein Ehepaar aus Mönchengladbach. Zwei Nächte haben sie auf dem Wohnmobilstellplatz verbracht.

Dass auf dem benachbarten Parkplatz in der vorigen Nacht ein Auto ausgebrannt ist, davon haben sie nichts mitbekommen. „Deshalb ist das auch nicht der Grund, warum wir wegfahren“, sagt der Mann. „Aber hätten wir es mitbekommen, wären wir sofort abgereist – wir wollen ja nicht gegrillt werden!“

Auf dem nahegelegenen Messeparkgelände hat der Trierer Weihnachtszirkus sein Zelt zwar bereits aufgebaut. Ansonsten ist es allerdings auch dort menschenleer. „Die Zirkusvorstellungen beginnen erst am 22. Dezember“, sagt Vincenzo Sarnelli, Marketingchef der Messeparkgesellschaft.

„Wenn wir Veranstaltungen haben, ist natürlich ein Sicherheitsdienst im Einsatz, auf dem Gelände und auch auf den Parkplätzen“, sagt Sarnelli. Zurzeit sei aber noch alles ruhig und das Gelände nicht rund um die Uhr bewacht. „Es gab in den vergangenen Jahren keine größeren Probleme. Einen regelmäßigen Wachdienst haben wir daher nicht.“

Die Messeparkgesellschaft stehe aber in engem Kontakt mit der Trierer Kriminalpolizei. „Was wir aus unseren Reihen in Sachen Sicherheit unternehmen können, das tun wir selbstverständlich auch“, betont Sarnelli.

Unter der Brücke trifft sich auch die Autotuning-Szene. Sogenannte Driftspuren zeugen von den Manövern. Foto: Christiane Wolff

Dazu, was das genau sein könnte, will er sich nicht äußern. Um ihre Ermittlungen nicht zu gefährden, erläutert auch die Polizei nicht näher die Maßnahmen, die sie ergriffen hat, um dem Feuerteufel auf die Spur zu kommen. „Nur so viel: Wir haben intensive Ermittlungen eingeleitet“, sagt Polizeisprecher Konz.