Autocrossclub Osburg aufgelöst
Der Autocrossclub Osburg (ACC) hat sich aufgelöst. Zuletzt stellte sich die Frage: Wohin mit den Restbeständen aus der Kasse? Am vergangenen Samstag übergaben die Verantwortlichen das übrig gebliebene Vereinsvermögen an eine vom Schicksal getroffene Familie aus Thomm.
Osburg/Thomm. (anf) Nach und nach löste sich der Verein, der einst über einhundert Mitglieder zählte, auf. Aus Luxemburg, Holland und der Schweiz kamen früher die Motorsportfans, um mit ihren Tourenwagen um die besten Plätze zu kämpfen. 1992 wurde das letzte internationale Rennen in Osburg gefahren. Die Hochwaldgemeinde konnte keine eigenen Fahrer mehr stellen. "So ein Auto kostet heutzutage 100 000 Euro. Wer kann sich das noch leisten?", fragt Thomas Wagner, ehemals Vorstandsmitglied und selbst Fahrer. "Der Sport ist einfach zu teuer geworden. Die ganzen Auflagen und Sicherheitsvorschriften waren irgendwann nicht mehr finanzierbar. Und schlussendlich fand sich dann keiner mehr, der die Verantwortung übernehmen wollte." Logische Konsequenz: Die Vereinsauflösung. Doch eine Frage stand immer noch im Raum: Wohin mit dem Restgeld aus der Clubkasse?
Die seit Jahren privat sozial engagierte Kassiererin Josefa Lambio suchte bei der Verbandsgemeindeverwaltung Ruwer Rat. Dort wusste man um das Schicksal der Tochter von Franz-Josef Feldmann, einem Mitarbeiter der Verwaltung. Schnell war für Josefa Lambio klar, die Restbestände gehen zu 100 Prozent nach Thomm. Der 15-jährigen Katrin Feldmann wurde aufgrund eines Krebsleidens kürzlich ein Bein amputiert. Von heute auf morgen kamen neben der Sorge um ihre Tochter auch horrende Kosten auf die Familie zu. Der dreifache Familienvater Franz-Josef Feldman: "Ich bedanke mich ganz herzlich beim ACC Osburg. Wir werden das Geld für den behindertengerechten Umbau unseres Badezimmers verwenden." Günter Jakobs, Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Ruwer: "Eine bessere Lösung kann man gar nicht finden. Auch er bedankte sich bei Josefa Lambio und dem ACC Osburg: "Ich freue mich, dass es noch Menschen gibt, die sich darauf besinnen, wie sehr die Gemeinschaft doch vom wirklichen Dienst am Nächsten abhängig ist. Katrin und ihrer Familie wünschte er, für die Zukunft "eine Bessere".