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Autonomes Fahren: Trierer Lehrerinnen gewinnen Auszeichnung in Bundeswettbewerb

Interdisziplinäres Projekt : Autonomes Fahren und künstliche Intelligenz: Bundespreis für zwei Trierer Lehrerinnen

Zwei Trierer Lehrerinnen sind für ein gemeinsames Lehrprojekt, das sich mit autonomem Fahren und künstlicher Intelligenz beschäftigt, in einem bundesweiten Wettbewerb mit dem dritten Preis ausgezeichnet worden.

  Simone Bast (39) unterrichtet Mathematik und Informatik an der Berufsbildenden Schule Gestaltung und Technik (BBS GUT) in Trier, Ruth Wallerath (48) lehrt dort Biologie. Für ihr interdisziplinäres Projekt „Autofahren: Mensch vs. Machine“, das sich mit autonomem Fahren und künstlicher Intelligenz befasst, sind die Lehrerinnen mit dem 3. Preis im bundesweiten Wettbewerb „Deutscher Lehrkräftepreis – Unterricht innovativ“ ausgezeichnet worden.

Die Schüler konnten mit entscheiden

„Die Schüler haben das Thema autonomes Fahren selbst gewählt“, sagt Bast. „Die einzige Vorgabe war, dass es um künstliche Intelligenz gehen sollte.“ Die 13 Schüler der 12. Klasse am BBS GUT haben unter anderem den neurologischen Prozess beim Treffen von Entscheidungen erarbeitet – praktisch bedeute dies: Welche neurologischen Prozesse sind im Gang, wenn ein Autofahrer einen Fußgänger am Zebrastreifen wahrnimmt und anhält? sagt Wallerath. Mathematisch könne man das Nervensystem künstlich nachbauen und anhand einer Matrix modellieren und trainieren, sodass ein autonomes Fahrzeug reagieren kann, „wie ein Mensch.“ Dadurch, dass wir gemeinsam gearbeitet haben, konnten wir einen echten Lebensbezug für die Schüler herstellen“, sagt Bast. „Die Schüler haben die Prozesse im Körper kennengelernt und konnten sie auf künstliche Intelligenz und autonomes Fahren anwenden.“ Weil sie digitale Instrumente eingesetzt haben, haben sie auch die digitale Kompetenz der Schüler ausbauen können. Die Schülergruppe sei das Projekt sehr engagiert angegangen und habe es angenommen. Den Erfolg sieht Bast auch zum Teil darin, dass sie und ihre Kollegin auf die Themenwünsche der Schüler eingegangen sind.

Mehr interdisziplinäre Projekte wagen

„Es passiert leider nicht so häufig, dass Fächer so vernetzt werden“, sagt Wallerath. „Wir haben durch unser Projekt gelernt, wie wichtig es ist, Fächer zu verbinden.“ Dadurch könne man ein Thema von verschiedenen Schwerpunkten bearbeiten und greifbarer machen. Die Lehrerinnen möchten in jedem Fall wieder interdisziplinär arbeiten. In der 13. Klasse käme Statistik auf den Mathematik-Lehrplan, da gebe es auch in der Biologie Anknüpfungspunkte. Mitbestimmung sei für die Schüler sehr wichtig. „Wir wollen sie einbinden und gemeinsame Entscheidungen treffen zu Themen die wir bearbeiten möchten“, sagt Bast. Das mache das Lernen bedeutungsvoller für Schüler und Lehrer.

Bast und Wallerath können sich vorstellen, in einem zukünftigen Projekt das Thema autonomes Fahren auch mit dem Fach Ethik zu verbinden. Dann könne man erörtern, welche Entscheidungen ein autonomes Fahrzeug treffen sollte.

(aha)