B 51: 280 Anzeigen, 20 Fahrverbote

B 51: 280 Anzeigen, 20 Fahrverbote

Die B 51 zwischen Bitburg und Trier steht unter besonderer Beobachtung der Polizei. Verstärkte Kontrollen sollen langfristig das Fahrverhalten auf der für besonders schwere Unfälle bekannten Strecke ändern. Das ist auch nötig. Pro Kontrollstunde werden im Schnitt acht Verstöße registriert. Im ersten Halbjahr 2010 gab es 91 Unfälle auf der B 51.

Bitburg. Blinker raus, Fuß aufs Gas, noch schnell diesen einen Lastwagen überholen, dann rollt's: Die dreispurigen Abschnitte der B 51 zwischen Trier und Bitburg sind die einzige Chance für Autofahrer, an den langsameren Lastwagen vorbeizuziehen. Das Problem: Etliche Autofahrer schrecken nicht davor zurück, auch kurz vor Ende der Überholspur noch rauszuziehen, schaffen es nicht, ihr Überholmanöver rechtzeitig abzuschließen, und donnern schließlich mit 140 und mehr Stundenkilometern über die weißgestreifte Sperrfläche am Ende der Überholspur - Auge in Auge mit dem Gegenverkehr.

Situationen wie diese sind auch für Ulrich Müller, Leiter der Verkehrsdienste bei der Polizeidirektion Wittlich, der Hauptgrund, warum die B 51 als gefährlich gilt. Objektiv gäbe es auf der B 51 gemessen am Verkehrsaufkommen von streckenweise täglich rund 20 000 Fahrzeugen nicht mehr Unfälle als auf vergleichbar vielbefahrenen Straßen. Zudem ist Müller überzeugt, dass der mehr als zwölf Millionen Euro teure Ausbau der Straße zwischen Helenenberg und Meilbrück, die Fahrspurteiler bei Bitburg sowie die Warnschilder ebenfalls zur Sicherheit auf der Bundesstraße beitragen: "Diese Maßnahmen greifen." Positiv ist aus Sicht der Polizei, dass die Zahl der Unfälle mit Verletzten seither rückläufig ist. Im ersten Halbjahr 2010 hat es auf der B 51 zwischen den Autobahnanschlüssen A 60 bei Bitburg und der A 64 Richtung Luxemburg bei Trierweiler-Sirzenich 91-mal gekracht. Das sind zwar ähnlich viele Unfälle wie im Vorjahreszeitraum, allerdings sind die Unfälle weniger schwer. So verringerte sich die Zahl der Verletzten im ersten Halbjahr 2010 auf 23 - im Vorjahreszeitrum wurden 27 Menschen bei Unfällen auf der B 51 verletzt. Verkehrstote gab es dieses Jahr bisher auf der B 51 noch nicht zu beklagen. Im ersten Halbjahr 2009 hat eine Frau bei einem Unfall auf der Bundesstraße ihr Leben verloren. Insgesamt ist der Anteil der Unfälle mit Verletzten von 21 Prozent im ersten Halbjahr 2009 auf nunmehr 14 Prozent gesunken.

Rund 150 Kontrollstunden hat die Polizei auf dem B-51-Abschnitt zwischen Bitburg und Trierweiler im ersten Halbjahr absolviert. 650 Fahrer wurden verwarnt, 280 bekamen eine Anzeige, 20 Führerscheine stellte die Polizei sicher. In allen Fällen handelt es sich um Geschwindigkeitsverstöße. Angezeigt wurden Fahrer mit bis zu 40 Stundenkilometern zu viel, alle mit noch mehr Tempo, kassierten nicht nur eine Anzeige, sondern waren auch ihren Führerschein los.

Meinung

Mit langem Atem zum Erfolg

Der Kontroll-druck auf der B 51 ist spürbar. Das Engagement der Polizei wirkt. Auf der berühmt-berüchtigten Bundesstraße wird zivilisierter gefahren. Vor allem Einheimische fielen bislang bei den Kontrollen negativ auf. Für die sind die Verwarnungen, Anzeigen und Führerschein-Entzüge hilfreiche Denkzettel. Zwei Minuten früher oder später anzukommen, ist belanglos im Vergleich zu den Schäden, die ein riskanter Fahrstil nach sich ziehen kann. d.schommer@volksfreund.deEXTRA B-51-Kontrollen: Seit fast zwei Jahren leitet Polizeihauptkommissar Ulrich Müller die Umsetzung des Kontrollkonzepts auf der B 51. Ziel ist es, dass Fahrer, die die Strecke häufiger nutzen, den "Überwachungsdruck" spüren und ihr Fahrverhalten entsprechend den Vorschriften anpassen. Das Konzept wurde vor dem Hintergrund einer tragischen Häufung tödlicher Unfälle initiiert. 2008 hatten sechs Menschen bei Unfällen auf dieser Bundesstraße ihr Leben verloren. (scho)

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