B 51: Das nächste Nadelöhr kommt im Sommer

B 51: Das nächste Nadelöhr kommt im Sommer

Die Häuser in Hohensonne sind abgerissen, nun wird der Ortsteil an die Kanalisation angeschlossen. Die Leitungen werden teilweise in die B 51-Trasse gelegt. Die vielen Pendler auf der Strecke müssen sich auf eine weitere Belastung einstellen.

Aach-Hohensonne/Ralingen. Weil die B 51 zwischen Helenenberg und Windmühle saniert wird, gilt voraussichtlich noch bis September in Richtung Bitburg Tempo 50. Auf der Umleitungsstrecke Richtung Trier, einem Wirtschaftsweg, darf nur 30 gefahren werden (der TV berichtete). Doch damit nicht genug: Im Sommer wird wenige Kilometer weiter, in Hohensonne, eine weitere Behelfsstrecke der B 51 eingerichtet. Hier wird auf einer Länge von etwa 150 Meter wohl auch im Schneckentempo gefahren werden müssen. Mit der geplanten Tieferlegung der B 51 hat das jedoch nichts zu tun. Ursache ist der Anschluss von Hohensonne an das Kanal- und Wassernetz. Die Abwässer sollen künftig über den Sammler Aach-Biewer zur Hauptkläranlage in Trier geleitet werden.
Technische Herausforderung


Nachdem der östliche Teil von Hohensonne bereits angeschlossen wurde, sind im Sommer die Häuser jenseits der B 51 an der Reihe, teilen die Verbandsgemeindewerke Trier-Land mit. Wo und wie soll der Schmutzwasserkanal die "Bitburger" durchstoßen? - das sei eine technisch höchst anspruchsvolle Herausforderung gewesen, sagt Bürgermeister Wolfgang Reiland. Auf Höhe der Kreuzung Aacher Straße geht es nicht. Dort wäre man mit den Leitungen den großen Widerlagern der geplanten Brücke in die Quere gekommen.
Weil die B 51 später dort rund acht Meter tiefer liegt, hätte man ein Pumpwerk bauen müssen. Nun soll der B 51-Durchstoß etwa 100 Meter Richtung Neuhaus erfolgen. Derzeit werden die Abwässer von Hohensonne, Kersch und Frankenhöhe in Hausklärgruben geleitet. Durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie sind die Kommunen im Land verpflichtet, bis spätestens 2015 für eine biologische Klärung zu sorgen. "Die Zeit drängt", sagt Jürgen Karst, Chef der VG-Werke, "wir können nicht warten, bis die B 51 neu gebaut ist." Nötig sei auch die Verlegung des verrohrten Rolkemsbaches.
Im ersten Schritt sollen zunächst die Arbeiten für den Anschluss von Kapellenstraße und Kerscher Weg ausgeschrieben werden, 2015 soll der Ortsbezirk Ralingen-Kersch folgen. Mit Beginn der Sommerferien sollen die ersten Gräben ausgehoben sein. Zwölf bis 14 Wochen Bauzeit sind angesetzt. Das gesamte Projekt "Kanalisation Hohensonne" soll 2,2 Millionen Euro kosten.
Der neue Schmutzwasserkanal wird teilweise in die bestehende B 51-Trasse gelegt. Dafür wird die Straße auf der zur Kapelle liegenden Seite aufgerissen. Die Behelfsspur wird gegenüber "drangebaut". Laut Landesbetrieb Mobilität (LBM) werden die Hauptarbeiten in den Sommerferien erledigt. Während der Einrichtung der provisorischen Verbreiterung müsse etwa zwei Wochen mit Beeinträchtigungen für den Verkehr gerechnet werden.

Mehr von Volksfreund