B 51-Wochenende, "alles inklusive"

B 51-Wochenende, "alles inklusive"

AACH-HOHENSONNE. Den "Kampf um die Umgehungsstraßen von Hohensonne und Neuhaus" thematisierte das SWR-Fernsehen in einer Live-Sendung am Mittwochabend aus Hohensonne. An den Positionen von Bürgern und Lokalpolitikern auf der einen sowie dem Ministerium auf der anderen Seite hat sich wenig geändert. Dagegen sprach eine Anwohnerin eine ungewöhnliche Einladung aus.

"Das konnte ich mir nicht länger anhören, ich musste meinen Mund aufmachen." Rita Martini, leidgeprüfte Anwohnerin der viel befahrenen B 51 in Hohensonne, machte just dann in der vom SWR-Fernsehen am Mittwochabend aus Hohensonne ausgestrahlten Live-Sendung ihrem Ärger Luft, als der Leiter der Verkehrsabteilung im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, Lothar Kaufmann, sprach. Argumente, warum die Aacher Ortsteile Neuhaus und Hohensonne keine Umgehung bekommen (können), haben Rita Martini und ihre Mitbewohner schon etliche Male gehört. Wie bei vielen Treffen vor Ort, die unter anderem auf Initiative des Trierischen Volksfreunds zu Stande kamen, wurden altbekannte Ansichten von Lokalpolitikern und dem Ministerium auch diesmal ausgetauscht. Zwei Jahrzehnte kämpfen die Bürger nun schon vor Ort um Umgehungen; was in dieser Zeit in die Wege geleitet wurde, ist der Ausbau von dritten Fahrspuren und ein Tempolimit (50 Stundenkilometer) in Hohensonne. Lothar Kaufmann sagte vor rund 100 Zuschauern in die SWR-Kameras, dass der Bund das Projekt durch eine Verschärfung des Planungsrechts nicht mehr als vordringlich bewerte. Man habe sich für Maßnahmen zur Verkehrssicherheit (kreuzungsfreie Anbindungen) und zur flüssigeren Verkehrsführung (dritte Spuren) entschieden.Gespräche über Nachtfahrverbot

Zur Verblüffung der Zaungäste nahm der Ministeriums-Vertreter, der keinen einfachen Stand bei den vielen Umgehungs-Befürwortern hatte, die Einladung von Rita Martini zu einem Wochenende "bei Lärm, Abgasen und Erschütterungen durch täglich 25 000 Fahrzeuge" in Hohensonne an. "Er kriegt unser Gästezimmer und all inclusive", sagte die resolute Anwohnerin dem TV. Ob sie der Gegeneinladung von Kaufmann ("Ich wohne in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens") folgt, ließ sie allerdings offen. Gleich zu Beginn der Sendung schilderte Anwohner Rudolf Kimmlingen, dass er nachts wegen des Verkehrslärms kein Fenster öffnen könne. Alt-Ortsbürgermeister Josef Krein sagte, dass er auch nach 20 Jahren den Kampf für Ortsumgehungen nicht aufgeben werde, und auch sein Nachfolger Ralf Kierspel will die jetzige Situation nicht akzeptieren. Bürgermeister Wolfgang Reiland ("Wir müssen den Bürgern eine Perspektive zum Weiterleben geben") und Landrat Günther Schartz ("Dauerhaft kommen wir um Ortsumgehungen nicht herum") fordern, die stark frequentierte Bundesstraße zu entlasten. Insbesondere der LKW-Verkehr, und hier am dringlichsten Gefahrgut-Transporte, müssten eingeschränkt werden. Kaufmann bot an, mit den Landkreisen Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm über ein LKW-Nachtfahrverbot zu sprechen.