B 53: Todesabschnitt bei Schweich wird entschärft

B 53: Todesabschnitt bei Schweich wird entschärft

Vor wenigen Wochen ist hier ein Radfahrer tödlich verunglückt, auch Unfälle mit Kraftfahrern gibt es im Abschnitt B 53/Mathenstraße bei Schweich überdurchschnittlich viele. Nun möchten die Straßenplaner den Gefahrenpunkt entschärfen.

Schweich. Sechs Mal am Tag befördert Klaus Prümm Schüler. Er pendelt mit seinem Kleinbus zwischen Fell, Longuich und Schweich. Obwohl er ein erfahrener und besonnener Fahrer ist, hat er auf der Strecke schon so manche brenzlige Situationen im Straßenverkehr erlebt.

Das Problem: Ein mulmiges Gefühl befällt Prüm jedes Mal, wenn er an der Ausfahrt B 53/Mathenstraße in Höhe der Schweicher Autobahnbrücke entlangfährt. In den acht Jahren, in denen der Rentner Schüler transportiert, seien an dieser Stelle schon viele Unfälle passiert, berichtet er dem TV.
Dass es da häufig kracht, wundert ihn nicht. "Hier fehlt eine Linksabbiegespur für die Autofahrer", sagt er. Und nur wenige Meter, in Höhe der Panzerplatte, werde es für Radfahrer gefährlich. Die müssen dort die Bundesstraße überqueren, um zum Radweg Richtung Longen zu gelangen. Neulich seien ihm auf der Fahrt nach Schweich drei Radfahrer auf seiner Spur entgegengekommen, berichtet der Schulbusfahrer. Er sieht dringenden Handlungsbedarf - und nicht nur er.

Die Recherche: In der vergangenen Woche war besagter Straßenabschnitt auch Thema beim Treffen der Unfallkommission. "Wir haben dem Landesbetrieb Mobilität empfohlen, an diesem Unfallschwerpunkt unbedingt etwas zu unternehmen", sagt Andrea Raach-Pütsch, Verkehrsexpertin bei der Polizei Schweich.
Im vergangenen Jahr habe es an dieser Stelle sieben Unfälle mit Verletzten gegeben. Die meisten waren Auffahrunfälle. Am häufigsten krachte es, wenn Autofahrer, die aus Schweich kamen, nach links in Richtung Mathenstraße/Alt-Schweich abbiegen wollten, aber noch anhalten mussten, um entgegenkommende Kraftfahrer passieren zu lassen. In der Kurve sind sie erst spät zu sehen.
Zwei der sieben Unfälle mit Personenschaden, die aus dem vergangenen Jahr bei der Polizei dokumentiert sind, betrafen Radfahrer. Diese wollten - vom Schweicher Fährturm kommend - über die B 53, um auf den Radweg in Richtung Longen/Mehring zu fahren. Vor wenigen Wochen kostete dieser Unfallschwerpunkt einen Radfahrer das Leben. Ein 69-Jähriger wollte in Höhe der Panzerplatte die Bundesstraße kreuzen und wurde von einem aus Schweich kommenden Motorradfahrer erfasst. Dieser habe noch ausweichen wollen, aber es sei zu spät gewesen, sagt Raach-Pütsch.

Die Lösung: Die Anregung der Polizei, dort dringend etwas für die Sicherheit zu tun, hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) inzwischen aufgegriffen. Nach Auskunft des stellvertretenden Dienststellenleiters Hans-Michael Bartnick laufen die Planungen für eine Linksabbiegespur und eine Überquerung für Radfahrer.
Noch befinde man sich in der "Vorprojektion". Klar sei aber, dass sich - vom Kreisverkehr Schweich kommend - die Abbiegespur bereits unter der Autobahnbrücke aufweiten und sich dann hinter der Mathenstraße wieder verjüngen müsse.
Die Radüberquerung werde voraussichtlich im Abschnitt liegen, der verbreitert wird, also zwischen Mathenstraße und Moselzufahrt. Laut Bartnick muss der Radweg dann auf leicht veränderter Route von der Mosel dorthin geführt werden. Wie genau, das werde in den nächsten Wochen noch im Detail festgelegt.

Die Reaktion: Schulbusfahrer Klaus Prümm ist erleichtert: "Das hier etwas gemacht wird, ist längst überfällig."Meinung

Orientierungslos an der Mosel
Die Radwege in der Region Trier sind ein Touristenmagnet. Vor allem die flachen Strecken an Mosel, Saar und Ruwer sind beliebt. Dennoch gibt es Optimierungsbedarf. Das betrifft vor allem Verbindungspunkte zwischen Radwegen an viel befahrenen Straßen, aber auch die Beschilderung. Beispielsweise hätte die B 53-Überquerung an der Panzerplatte bei Schweich schon vor Jahren entschärft werden müssen. Dass die Autos von beiden Seiten aus Kurven heranschießen und Radfahrern nur ein kleines Zeitfenster bleibt, um auf die andere Straßenseite zu gelangen, ist schon lange bekannt. Zwei Radfahrer ließen dort ihr Leben, seit längerem wird die Stelle von der Polizei als Unfallschwerpunkt geführt. Wenn die Straßenplaner jetzt endlich mit Überquerungshilfe und Abbiegespur tätig werden, dann sollte auch die Beschilderung überprüft werden. Ortsunkundige Radfahrer haben hier häufig Orientierungsprobleme, weil Schilder oder Markierungen auf dem Boden fehlen oder an schlecht einsehbaren Stellen angebracht sind. a.follmann@volksfreund.de

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