Babysitten will gelernt sein

Kinderhüten ist ein verantwortungsvoller Job. In der Regionalen Schule Waldrach/Osburg schult Kinderkrankenschwester Andrea Hansen zurzeit Mädchen fürs Babysitten. Ein freiwilliges Angebot, das früher Unterrichtsfach war.

Waldrach. "1974 stand Säuglingspflege noch im Lehrplan", erinnert sich Inge Schaaf, Lehrerin an der Regionalen Schule Waldrach-Osburg. Sie blättert in einer Mappe, die eine Schülerin damals erstellt hatte. Einiges hat sich seitdem verändert: "Der Umgang mit Kleinkindern wird heute nicht mehr selbstverständlich von Generation zu Generation weitervermittelt", sagt Kinderkrankenschwester Andrea Hansen. Umso wichtiger sei es für Teenager, die sich ein paar Euro mit dem Babysitten verdienen möchten, gut vorbereitet in diesen verantwortungsreichen Job zu gehen.

Hansen ist Referentin der Familienbildungsstätte Remise in Trier-Ehrang. Sie bringt Acht- und Neuntklässlerinnen bei, wie man Babys anzieht, wickelt, füttert sowie ihre Bedürfnisse erkennt, und sie lehrt die potenziellen Babysitter das Wichtigste über Erste Hilfe.

Für den Kurs, der fünf Einheiten umfasst, haben die Teenies nochmals ihre Puppen ausgekramt. Und heute hat Inge Schaaf ihre vier Monate alte Enkeltochter Laura mitgebracht. Vorsichtig hält Lisa den Wonneproppen im Arm, und sie bekommt viel Lob von Andrea Hansen.

Die Teilnehmerinnen wollen alles wissen: Wie man die Temperatur der Milch im Fläschchen feststellen kann und wie man ein Kind schützt, damit es nicht vom Wickeltisch fällt. Neben dem fachlichen Wissen kommt das Verhältnis zum Job zur Sprache. Babysitten sei kein Job, um nur Geld zu verdienen, sagt Hansen. "Man muss Kinder mögen, und das Verhältnis zu der Familie muss offen und vertrauensvoll sein."

Die erworbenen Kenntnisse könnten von den Schülerinnen mehrfach verwertet werden, meint Schaaf. "Zum einen erhalten sie am Ende ein Zertifikat und können als geprüfter Babysitter ihr Taschengeld aufbessern. Zum anderen können die Kenntnisse als Einstiegswissen in den Beruf etwa als Kinderkrankenschwester betrachtet werden." Und: Es sei ein genereller Grundstein für den Umgang mit Kleinkindern gelegt worden.

Die Mädchen sind begeistert. "Der Kurs ist sehr interessant und macht sehr viel Spaß", sagt Saskia. "Er bietet natürlich auch Perspektiven hinsichtlich der Einrichtung der Ganztagsschule", erklärt Schulleiter Rudolf Funken.