Babysitter mit Zertifikat

TRIER. (kat) Wickeln, füttern, trösten, einfühlen – Babysitter müssen eine Fülle an Aufgaben bewältigen. Anja Geishecker vermittelte sechs Mädchen und einem jungen Mann in einem Babysitterkursus in den Räumen des Jugendzentrums Mergener Hof (MJC) grundlegende Kenntnisse im Umgang mit den Kleinkindern.

Sarahs Augen sind verbunden. "Ich sehe nichts", sagt die 15jährige. Caroline nimmt Sarah an der Hand und führt sie über den Hof. "Diese Übung macht deutlich, wie es sich anfühlt, wenn sich Kinder einer fremden Person anvertrauen", erklärt Anja Geishecker. Damit Vertrauen zwischen den beiden entstehen könne, sei es wichtig, dass Caroline während der Übung genau schaut, wie sich Sarah fühle. "Ich habe mich zu dem Kursus angemeldet, weil ich mehr Sicherheit im Umgang mit den Kindern bekommen möchte", sagt Alexandra. Die 14-Jährige hat schon öfter bei Bekannten und Verwandten auf deren Sprösslinge aufgepasst. "Aber das ist was anderes, als fremde Kinder zu betreuen", meint die Schülerin, die sich zukünftig mit Babysitting das Taschengeld aufbessern möchte. Von der Nahrungszubereitung bis hin zum Thema "Grenzen setzen" hat die Gruppe einiges gelernt. "Windeln zu wechseln, habe ich mir schwerer vorgestellt", sagt ein Mädchen. "Ich weiß gar nicht, was Männer immer für ein Problem damit haben", fragt sich Alexandra. Nicht alle Männer. Der einzige männliche Kursusteilnehmer, Maurius Schüßler, hatte kein Problem, die Puppe zu wickeln. Der 19-Jährige möchte im Oktober als Au-Pair Erfahrungen im Ausland sammeln. Am MJC-Babysitter-Kursus hat er teilgenommen, um vorweg Erfahrungen im Umgang mit Kindern zu sammeln. "Es ist sehr begrüßenswert, dass auch Jungen und Männer mit Kindern umgehen wollen, leider ist es noch relativ selten", sagt Anja Geishecker. Am Ende der Veranstaltung erhielten alle Teilnehmer ein Zertifikat. "Das ich jetzt eine Bescheinigung über die Teilnahme am Babysitterkursus habe, ist beruhigender für die Eltern, wenn ich mich bewerbe", meint Alexandra. Sie hat ihr Ziel im Kursus erreicht: "Ich fühle mich sicherer. Jetzt weiß ich beispielsweise, was ich machen soll, wenn ein Kind eine Blume abgerissen und gegessen hat." Die Nummer der Giftzentrale wird sie immer dabei haben, wenn sie auf Kinder aufpasst. Und die vielen Spieltipps, die Anja Geishecker der Gruppe vorgestellt hat. Wer einen Babysitter braucht, kann sich unter 0651/978480 an die MJC wenden oder unter www.mjctrier.de die Babysitterliste anklicken.

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