Baden in Bier mit Seife aus Trier

Baden in Bier mit Seife aus Trier

Für die Schönheit und den guten Zweck: Bernhard Gross hat es möglich gemacht. Aus dem Trierer Kraft-Bräu hat er eine Seife entwickelt. Der Erlös der verkauften Produkte wird an die Villa Kunterbunt Trier gespendet.

Trier. Die Farbe erinnert ein wenig an Schokolade, der Geruch an Mokka, und sie sieht einfach appetitlich aus: Vom Reinbeißen ist allerdings abzuraten, denn das etwa sieben mal fünf Zentimeter große und drei Zentimeter hohe Päckchen ist ein Stück Seife. Nicht irgendeins, sondern Bierseife aus Trier. Eine Idee, die vom Trierer Bernhard Gross stammt.
"Zuerst habe ich mit dem Braumeister des Hotels Blesius Garten, Enrico Baesso darüber gesprochen. Baesso, hat mich für verrückt erklärt und mich gefragt, wie viel Bier ich schon getrunken hätte", erzählt Gross. Bernhard Gross ist ein echter Olewiger Junge. Er ist dort aufgewachsen und zur Schule gegangen. Bis heute lebt er in dem Stadtteil von Trier.
Seit Jahren ist er Stammgast des Blesius Garten und ein Freund des Hauses. Das hoteleigene Kraft-Bräu-Bier trinkt er liebend gern. Mit dem Bier wurden schon Wildsalami, Senf und andere Köstlichkeiten hergestellt. Aber irgendetwas hatte Bernhard Gross bei dieser großen Auswahl schon immer gefehlt. "Dann, das war vor einem Jahr, kam ich auf die Idee mit der Seife", sagt Gross. Klaus Tonkaboni, Geschäftsführer des Hotels, erinnert sich. "Ich fand die Idee witzig. Herr Gross hat sein Konzept super präsentiert. Er und Enrico Baesso haben mich schnell davon überzeugt", erklärt er.
Doch wie wird aus Bier Seife gemacht? Bernhard Gross und Braumeister Enrico Baesso haben versucht, den Alkohol bei hohen Temperaturen von 80 bis 90 Grad auszukochen, um eine Lauge daraus zu machen - aber bei den ersten Versuchen flockte die Hefe aus. "Wir haben viel experimentieren müssen. Meine Mama als frühere Chemielehrerin gab uns einige Tipps", erzählt Gross. Außerdem suchte er sich im Internet professionelle Hilfe - und stieß auf die Seifensiederin Beatrice Sandmann aus Detmold. Die fand die Idee ausgezeichnet und übernahm schließlich die Seifenherstellung (siehe Extra).
Klaus Tonkaboni vom Blesius Garten war mit der Seifenidee schnell zu begeistern - weil Gross sie für einen guten Zweck herstellen will.
Der Erlös aus dem Verkauf soll ausschließlich als Spende an die Villa Kunterbunt in Trier gehen. Dort werden krebskranke Kinder betreut. "Wir stehen voll und ganz hinter diesem Projekt", sagt Tonkaboni. Außerdem war es ihm sehr wichtig, dass die Seife ein reines Naturprodukt ohne Zugabe von chemischen Stoffen ist - und das entspricht auch der Philosophie des Hotels.
Mehrere Duftnoten


Die Bierseife, die natürlich keinen Alkohol mehr enthält, wird auf dem hauseigenen Weihnachtsmarkt des Blesius Garten (16. und 23. Dezember, von 12 bis 20 Uhr) verkauft.
Außerdem wird sie vom 14. bis 23. Dezember auf einem Stand des Zurlaubener Weihnachtsmarktes verkauft, ebenfalls zugunsten der Villa Kunterbunt - die Idee stammt von Hotel-Mitarbeiterin Susanne Völkel, die damit ebenfalls die gute Sache unterstützen möchte.
Die Bierseife ist als helle und dunkle Seife in mehreren Duftnoten erhältlich.
Bernhard Gross hat indes bereits neue Pläne. "Ich will nicht ausschließen, dass mir demnächst noch was Neues einfällt, was man aus dem Kraft-Bräu-Bier machen kann", sagt er schmunzelnd.
Extra

So wird aus Bier Seife: Zunächst muss möglichst schonend bei einer bestimmten Temperatur über eine gewisse Zeit dem Bier der Alkohol entzogen werden, da das Bier sonst nicht verseift werden kann. Die Temperatur schwankt zwischen 50 und 80 Grad Celsius, je nachdem, ob man helles oder dunkles Bier zur Seifenherstellung verwendet. Danach wird das Bier tiefgefroren - sonst würde die Bierhefe verflocken, wenn die Lauge gemischt wird. Die Bier-Lauge wird in geschmolzene Öle und Fette gegeben, beispielsweise in hautpflegende Kakao- und Sheabutter. Nach intensivem Durchmischen der Lauge in den Ölen und Fetten entsteht der Seifenleim. Anschließend rührt man das jeweilige Duftöl in die Mischung ein. Danach gießt man die fertige Mischung in Formen, in denen sie erhärtet und anschließend in Stücke geschnitten wird.

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