Bäder-Träume im Advent

Nüchterne Zahlen, die aber durchaus Freude bereiteten - sowie gedankliche Ausflüge in die Hochsommersaison: Das Spektrum in der letzten Sitzung 2007 des Verbandsgemeinderates Schweich war breit.

Schweich. Einen Schwerpunkt bildete der Bericht des Rechnungsprüfungs-Ausschusses, der das Finanzgebaren der Verbandsgemeinde (VG) Schweich während des Haushaltsjahres 2006 unter die Lupe genommen hatte. Ausschussvorsitzender Wolfgang Sauer trug das erfreuliche Prüfungsergebnis vor. So war ursprünglich zum Haushaltsausgleich 2006 ein Griff in die Rücklagen-Kasse geplant gewesen. Doch dank sparsamen Wirtschaftens konnten die vorgesehenen 372 000 Euro an ihrem Platz bleiben. Darüber hinaus wurde ein Überschuss von knapp 100 000 Euro erwirtschaftet. 471 000 Euro mehr in der Kasse als geplant

Entgegen der Planung beträgt die Haushaltsverbesserung danach rund 471 000 Euro. Der Bestand an Rücklagen wuchs zum Ende des Haushaltsjahres 2006 auf insgesamt 555 000 Euro an, und die Verschuldung konnte um rund 460 000 Euro verringert werden. Der Schuldenstand der VG betrug zum Jahresende 2006 rund 8,2 Millionen Euro, was einer Pro-Kopf-Belastung von 330 Euro entsprach. Vom Rechnungsprüfungs-Ausschuss kritisiert wurden die unflexiblen Öffnungszeiten der Freibäder. So seien die Bäder im ungewöhnlich warmen April noch geschlossen geblieben, obwohl dies ein umsatzstarker Monat hätte werden können. Dieser Hinweis war zugleich die Überleitung zu einem Antrag der FWG-Fraktion: Die Verwaltung möge prüfen, ob das 15 Jahre alte Erlebnisbad Schweich in eine Badeanlage mit Wellnessbereich und ganzjähriger Nutzung umgebaut werden könnte. Gleichzeitig sei auszuloten, ob sich nicht ein Privatinvestor oder eine Investorengruppe für das Projekt finde. FWG-Fraktions-Vorsitzender Rony Sebastiani begründete den Vorstoß mit der stark witterungsabhängigen Auslastung des Bades, mit der Konkurrenz ähnlicher Freibäder in der Nähe und der langen Winterpause bei weiterlaufenden Kosten."Richtet den Antrag an den Weihnachtsmann"

Der Antrag rief zwiespältige, zum Teil nicht ganz ernste Reaktionen hervor - etwa den Antrag auch an den Weihnachtsmann zu schicken. Sebastiani wies hingegen auf eine Liste mit möglichen Interessenten hin, die sich im Besitz der FWG befinde. Auf Ratsbeschluss soll die Verwaltung nun einige Eckdaten für eine mögliche Umgestaltung des Bades ermitteln. Einstimmig beschlossen wurde die Übernahme der bisher örtlichen Tourismusförderung durch die VG Schweich. Dieses Projekt war kürzlich in Fell den Leistungsträgern der Tourismuswirtschaft präsentiert worden (TV vom 9. November). Es soll die Eigenprojekte der Touristik-Orte unter einem Dach vereinigen. Meinung Ironie wäre fehl am Platz Auch wenn er die eine oder andere ironische Reaktion provozierte - der FWG-Vorschlag zur Umwandlung des Schweicher Bades in eine Wellness-Anlage mit Ganzjahresbetrieb ist gar nicht so weltfern. Der allgemeine Trend gegen die einfache Beckenanlage mit Saisonbetrieb ist nicht mehr aufzuhalten. Die Zukunft gehört der nassen Multi-ErlebnisWelt unter Glas. Insofern also könnte der Vorstoß der FWG von richtungsweisender Bedeutung sein. Allerdings ist auch zu bedenken, dass die Kosten für so einen Umbau im achtstelligen Bereich liegen dürften. Entscheidend für so ein Projekt ist also die Suche nach einem finanzstarken Investor. f.knopp@volksfreund.de