Bäume fallen

OLEWIG/HEILIGKREUZ. Mit Verwunderung schaute Katharina Worring-Buchow aus dem Fenster ihres Hauses mit Panoramablick über das Altbachtal. Dort wurden entlang des Bachlaufes auf dem ehemaligen Gelände der LandesLehr- und Versuchsanstalt einige Bäume gefällt und an Ort und Stelle gehäckselt und flächendeckend verteilt.

"Es geht uns nicht um einen einzigen Baum, der wegen Krankheit gefällt wird", sagt Katharina Worring-Buchow, die für die Anwohner der unteren Olewiger Straße spricht. Vielmehr störe, dass niemand zuvor von der Maßnahme informiert worden sei. "Wir sind mittlerweile skeptisch geworden, wenn man keine Informationen kriegt und fragen uns, worauf das hinausläuft", sagt sie. "Man lernt in dieser Stadt, misstrauisch zu werden." Misstrauen lehre auch, nachzufragen. Widersprüchliche Aussagen habe sie aber von Ämtern und der ausführenden Firma erhalten, berichtet Worring-Buchow und wandte sich an den Trierischen Volksfreund. Auf Nachfrage bei der Stadt teilt Pressesprecher Ralf Frühauf mit, dass die Stadt zum einen ihrer Verkehrssicherungspflicht nachgekommen sei und es sich zum anderem um Maßnahmen handele, "die in einem rechtsverbindlichen Bebauungsplan festgelegt sind". Und zwar dem Plan BH 31 "Landeslehr- und Versuchsanstalt", demzufolge dies als "Teilumsetzung einer Ausgleichsmaßnahme" zu bewerten ist. Dass die gefällten Bäume zerkleinert auf der ehemaligen Obstwiese verteilt wurden, sei aus Kostengründen geschehen, um zu verhindern, dass sich wild wachsende Sträucher ausbreiten, deren Entfernung die Stadt teurer zu stehen kommen würde. Aber es gibt noch weitere Gründe für das Vorgehen. "Nach dem in Vorbereitung befindlichen Bebauungsplan für die unterhalb der neuen Bebauung befindlichen Flächen der ehemaligen Landeslehr- und Versuchsanstalt sind dort Ersatzgärten vorgesehen, die im Zuge einer möglichen Ausgrabung des Tempelbezirks am ursprünglichen Standort (Kleingartenanlage Tempelbezirk) zukünftig entfallen müssen", teilt Frühauf auf Anfrage des TV mit. Ebendies vermuteten die Anwohner der Olewiger Straße hinter der Rodungsoffensive. "Wir denken, wir hätten ein Recht darauf, darüber informiert zu werden", sagt Worring-Buchow. Doch bei einem geschätzten Kostenvolumen für archäologische Grabungen im Tempelbezirk von über sechs Millionen Euro dürften den Hausbewohnern vorerst neue Nachbarn und den Schrebergärtner ein Umzug erspart bleiben.

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