Bahn ändert Pläne für Lärmschutzwand in Igel

Igel/Trier · Nicht mehr bis zu 400, sondern nur noch 74 Zentimeter hoch werden soll eine Lärmschutzwand in Igel. Ohne die Klage von zwei Anwohnern der Bahnstrecke würde die Bahn ihren ursprünglichen Plan umsetzen und eine bis zu vier Meter hohe Wand errichten.

Dies stellt Rechtsanwalt Paul Henseler, der die zwei Igeler Anwohner juristisch vertritt, in einer Reaktion auf die Berichterstattung über das Projekt fest. Gegen den Streckenausbau hätten im Planungsverfahren zahlreiche Bürger protestiert. Gegen den Beschluss geklagt haben jedoch nur zwei.
Durch den zweigleisigen Ausbau der Strecke erhöht sich der Zugverkehr und damit die Lärmbelästigung für die Anwohner des Streckenabschnitts, deren Häuser teilweise nur wenige Meter von der Neubaustrecke entfernt liegen (der TV berichtete).
Einer der beiden Kläger ist am stärksten von den Bauplänen der Bahn betroffen. Sein Haus würde weniger als drei Meter von einer vier Meter hohen Schallschutzmauer entfernt liegen. Das gesamte Erdgeschoss würde dadurch im Schatten liegen. Andere Anwohner der Ausbaustrecke sind in ähnlicher Weise betroffen.
Henseler wertet die neuerliche Entwicklung als eine "Kehrtwende der Deutschen Bahn um 180 Grad". Inzwischen kann sich das Unternehmen vorstellen, eine nur noch 74 Zentimeter hohe Mauer zu errichten und die Häuser beispielsweise mit Schallschutzfenstern auszustatten.
Aus Henselers Sicht ist der Meinungsumschwung der Bahn ein großer Zwischenerfolg auf dem Weg zur Planänderung, von der nicht nur seine Mandanten, sondern alle Anlieger entlang der Ausbaustrecke vom Igeler Bahnhof bis zur Löwener Mühle profitieren. Für die Anwohner der Teilstrecke zwischen dem Bahnhof und dem Ortsausgang Richtung Zewen wird sich allerdings an der Lärmbelastung trotz eines möglichen Erfolgs der Klage nach Auffassung von Henseler nichts ändern. Die Bahn könne im laufenden Verfahren jedoch nicht verurteilt werden, in diesem Streckenabschnitt Lärmschutzmaßnahmen zu ergreifen. red