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Bahngelände in Trier-Ehrang: Kind durch Stromschlag lebensgefährlich verletzt (Update)

Bahngelände in Trier-Ehrang: Kind durch Stromschlag lebensgefährlich verletzt (Update)

Schwerer Unfall auf dem Bahngelände am Mäushecker Weg in Trier-Ehrang: Dort ist am Sonntagnachmittag ein 10-jähriges Mädchen durch einen Stromschlag schwer verletzt worden. Zwei weitere Kinder erlitten einen Schock, so die Bundespolizei auf Anfrage. Schon 2016 gab es einen ähnlichen Unfall auf dem Gelände.

Update 19.03 Uhr: Eines der Kinder habe die Rettungskräfte alarmiert, so Einsatzleiter Thomas Reinholz von der Berufsfeuerwehr Trier auf volksfreund.de-Anfrage. Als diese eintraf, habe das verletzte Mädchen noch auf der alten Diesellok gelegen. Reinholz kletterte daraufhin mit einem Kollegen auf den drei bis vier Meter hohen Zug. Weil die Oberleitung zu diesem Zeitpunkt noch unter Strom stand, mussten sich die Feuerwehrmänner vorsichtig verhalten, um der Leitung nicht zu nahe zu kommen. Sie konnten das Kind von der Lok herunterbringen. "Eine Gratwanderung" sei das gewesen, sagt der Einsatzleiter, die Leitung habe man nicht sofort abschalten können. Möglicherweise habe das Kind an der Unglücksstelle gesessen und sei vielleicht beim Aufstehen der Leitung über ihr zu nahe gekommen.

Ein ebenfalls herbeigerufener Rettungshubschrauber brachte das Mädchen nach Erstversorgung in ein Spezialkrankenhaus nach Mainz. Ein zweites Kind, das nach dem Unfall zunächst weggelaufen war, konnte zwischenzeitlich gefunden werden. Beide Augenzeugen des Unglücks seien in ein Krankenhaus zur Beobachtung gebracht worden, sie seien aber nicht durch den Stromschlag verletzt worden, teilte Reinholz mit. Das Alter der beiden Kinder wurde von der Bundespolizei mittlerweile mit 12 und 14 Jahren angegeben. Die ausrangierte Lok steht auf einem Abstellgleis, zusammen mit weiteren Fahrzeugen.

Update 18.13 Uhr: Das Unglück ist kein Einzelfall. Im August 2016 ist auf dem Bahnhofsgelände ein 16-Jähriger durch einen Stromschlag aus der Oberleitung schwer verletzt worden. Der Jugendliche war zuvor mit einer Begleiterin auf einen Waggon geklettert. Erst im April diesen Jahres hatte die Bundespolizeiinspektion Trier aufgrund eines weiteren Unfalls in Koblenz davor gewarnt, auf abgestellte Bahnwaggons zu klettern. Die Hochspannungsleitungen könnten auch bei einer Entfernung von weniger als zwei Metern lebensgefährlich sein. Die Gefahren des Bahnstroms seien Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden oftmals nicht bekannt.

Details und Hinweise zur Gefahr von Bahn-Oberleitungen gibt es auch auf einer Internetseite der Bundespolizei .

Update 17.54 Uhr: Nach Angaben der Bundespolizei ist ein 10-jähriges Mädchen durch den Stromschlag schwer verletzt worden. Es habe offenbar mit zwei weiteren Kindern auf einem ausrangierten Personenwagenzug gespielt, die im Bereich des Ehranger Güterbahnhofs auf einem Gleis abgestellt sei. Auf dem Dach des Wagens sei das Mädchen dann wohl der 15.000-Volt-starken Oberleitung zu nahe gekommen, teilte Anja Kempf von der Bundespolizei Trier auf Anfrage mit. Das Kind habe Verletzungen an Beinen und Oberkörper erlitten. Die beiden anderen Kinder, zu denen die Polizei derzeit noch keine weiteren Angaben machen konnte, hätten einen Schock erlitten. Sie seien ebenso wie das Mädchen ins Krankenhaus gebracht worden.

Das ältere Bahnfahrzeug stehe nach Angaben von Kempf schon seit langem auf dem Gelände. Die Hintergründe des Unfalls werden noch ermittelt. Die Bahnlinie war eine Stunde lang gesperrt, nach 16.30 Uhr gab die Bundespolizei die Strecke wieder frei. Vor Ort kümmerte sich der Psychologische Dienst um Kinder und Angehörige.

Update 17 Uhr: Weitere Hintergründe sind noch nicht bekannt, die Feuerwehr spricht von einer "größeren Hilfeleistung". Der Einsatz läuft derzeit noch, vor Ort sind die Berufsfeuerwehr Trier (Wache 1 und 2), zwei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug sowie ein Rettungshubschrauber. Weitere Informationen konnte die Feuerwehr auf Anfrage noch nicht mitteilen.