Bahnschranken: Anlage in Trier-West wird im November erneuert - Übergänge in Euren und Zewen folgen in drei Jahren

Bahnschranken: Anlage in Trier-West wird im November erneuert - Übergänge in Euren und Zewen folgen in drei Jahren

Die Störungen an den Bahnschranken im Trierer Westen sorgen seit Monaten für großen Ärger. Jetzt ist die Bahn in die Offensive gegangen. Mitarbeiter haben vor Ort die Probleme erläutert - und wie sie behoben werden sollen.

Mehr als 400 Kontakte sind allein an der Aachener Straße verbaut, die ein Techniker manuell überprüfen muss, wenn vom Bahnübergang eine Störung gemeldet wird. "Die Anlage stammt aus den 70ern", sagt Frank Osteroth, Leiter der Produktionsdurchführung Koblenz der Deutschen Bahn. Er ist zuständig für die störungsanfällige Schranke in Trier-West.

Die Technik vergleicht Osteroth mit der eines Autos. "Ein Fehler bei einem Oldtimer kann auch nicht mit dem Computer ausgelesen werden." Manchmal hat der Monteur Glück oder eine Vorahnung, und er findet auf Anhieb das Problem. Manchmal muss er per Ausschlussverfahren das gesamte System checken, wenn nötig, alle 400 Kontakte."Wie ein Oldtimer"

"Vor kurzem hatten wir einen kleinen Haarriss an einer Lötstelle", sagt Osteroth. So etwas kann dauern, vor allem an einem Übergang, der aus Hunderten Einzelteilen besteht und nicht mehr dem neusten Stand entspricht. Ein anderes Mal, als die Schranke sich nicht mehr öffnen ließ und der Autoverkehr sich bis an die Römerbrücke staute, soll ein Kurzschluss in der Steuerungsanlage Ursache gewesen sein, dass sich die rot-weißen Barrieren nicht mehr bewegen konnten.

"Trotzdem kann die alte Technik mit der von heute mithalten", betont Ralf Osteroth. Zumindest derzeit noch. An der Aachener Straße seien zum Beispiel schon sogenannte Schütze ausgetauscht worden. "Teile, die die Stromversorgung garantieren", sagt der Mann von der Bahn. Weitere Investitionen in die Anlage seien geplant. Zu oft seien in den letzten Wochen und Monaten Zwischenfälle gemeldet worden. "Am meisten stört uns das natürlich selbst", versichert Frank Osteroth, der vermutlich hofft, die Autofahrer, Fußgänger und Anwohner damit ein bisschen beschwichtigen zu können. Die waren in den letzten Monaten mächtig sauer auf das Unternehmen.

Weil es immer wieder Probleme gab am Übergang, mitten im Feierabendverkehr. Die Folge: Der Verkehr staute sich bis zur Römerbrücke. Für die Aachener Straße nimmt die Deutsche Bahn deshalb 100.000 Euro in die Hand, um den vollbeschrankten Bahnübergang instand zu setzen.

Im November sollen die Arbeiten starten, die Kabelanlage wird ausgetauscht, Lichtzeichen, Schranken und Magnetschienenkontakte werden ersetzt. "Eine komplette Erneuerung des Übergangs ist für 2020 angedacht, im Moment stimmen wir uns mit der Stadt ab", sagt Frank Osteroth. Und nicht nur an der Aachener Straße soll sich etwas tun in nächster Zeit.

Weil auch die halb beschrankten Übergänge an der Eisenbahnstraße in Euren und der Kantstraße in Zewen für viel Unmut gesorgt haben, werden die Anlagen ebenfalls erneuert. In drei Jahren, wenn auch die Arbeiten für die neuen Haltepunkte der Weststrecke gebaut werden. "Instandsetzungsarbeiten sind derzeit nicht notwendig", sagt Frank Osteroth. Alle drei Übergänge würden ab sofort im 14-täglichen Rhythmus inspiziert. Gefährliche Situationen wie im August in Euren soll es nicht mehr geben, wo die Schranken erst schlossen, als der Zug schon beinahe komplett durchgerollt war. Normalerweise hätte der Güterzug erst ein grünes Signal haben dürfen, nachdem sich die Schranke gesenkt hat.

Entlang der Aachener Straße dürfen die Züge 80 Stundenkilometer fahren, für eine deutlich höhere Geschwindigkeit seien die Gleise nicht ausgelegt, sagt Frank Osteroth. "Im Störungsfall können wir Züge über den Hauptbahnhof umleiten", erklärt er. Sollte der Zug einmal nicht die Ausweichstrecke nutzen können, nähert sich der Zugführer in Schrittgeschwindigkeit dem Übergang und macht mit einer Signalpfeife auf sich aufmerksam. "Notfalls setzen wir Bahnübergangsposten ein." Zwischen zehn und 15 Güterzüge seien derzeit täglich auf der Strecke unterwegs, meistens in der Zeit zwischen 5.15 und 22 Uhr. Manchmal auch bis 22.50 Uhr.Extra

An halb beschrankten Bahnübergängen löst der Zug selbst über einen Kontakt im Gleisbett die Ampelanlage für Autofahrer und Fußgänger aus. Sobald diese auf Rot steht, müsste sich die Barriere schließen und der Lokführer erhält das Zeichen zur Weiterfahrt. Vollbeschrankte Übergänge, an denen die Barrieren auf beiden Seiten die komplette Straßenbreite absperren, werden von einem Fahrdienstleiter bedient. So wie an der Aachener Straße. Fährt ein Güterzug auf der Strecke, wird aus dem Stellwerk Trier West die Ampel für alle Verkehrsteilnehmer auf Rot geschaltet. Bevor der Fahrdienstleiter die Schranken senkt, überprüft er per Überwachungskamera die Gleise. Erst wenn diese komplett frei sind, schließt er die Barrieren und stellt das Signal auf Grün. Sobald der letzte Waggon über einen Kontakt im Gleisbett gefahren ist, öffnen sich die Schranken automatisch. Vollbeschrankte Übergänge werden immer dann gebaut, wenn ein Zug mehr als vier Minuten benötigt, um den Übergang vom nächsten Bahnhof aus zu erreichen. esc

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