Bakterien: Duschen gesperrt

Bei einer Routine-Kontrolle wurden in Duschen der Sporthalle am Mäusheckerweg Legionellen-Erreger gefunden. Als Vorsichtsmaßnahme wurden alle Duschen gesperrt. Die Sanierungsarbeiten sollen vier bis sechs Wochen dauern. Ein Krankheitsfall wurde dem Gesundheitsamt bislang aber nicht gemeldet.

Trier. 1000 keimbildende Einheiten pro 100 Milliliter ist der Grenzwert für Legionellen-Bakterien im Duschwasser. Dieser Wert wurde nun bei einer Probe in den Duschanlagen in der Halle am Mäusheckerweg überschritten. "Insgesamt wurden 18 Proben im SWT-Labor analysiert, 16 waren unbedenklich, bei einer Probe im Warmwassersystem lag der Wert bei 700 Kulturen, bei einer Probe im Kaltwasserbereich war der Wert 1400", sagt Ralf Frühauf, Pressesprecher der Stadt Trier. Deswegen hat die Stadt sofort reagiert und nach Unterrichtung des Gesundheitsamts alle Duschen und "Wasser-Zapfstellen" gesperrt. Alle Vereine und Schulen wurden informiert, sie müssen zum Duschen nun ausweichen in die Grundschule Pfalzel, die Grundschule Biewer oder die Sporthalle Biewer. Und dieses "Duschpendeln" wird noch einige Zeit dauern, denn Frühauf rechnet mit einer Sperrung von vier bis sechs Wochen. "Zunächst wird das System desinfiziert, dann wird eine stationäre Legionellen-Desinfektionsanlage installiert." Weil die Auftragsbücher der Fachfirmen voll sind, kann das Unternehmen nicht sofort anrücken.

Eine Gefahr für Sportler, die im Mäusheckerweg vor der Schließung geduscht haben, gibt es laut Harald Michels, dem Leiter des Gesundheitsamts Trier, nicht: "Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme vor allem für Menschen mit einem schwachen Immunsystem." Es habe noch keinen Krankheitsfall gegeben. Verwundert zeigten sich Stadt und Gesundheitsamt darüber, dass das Kaltwassersystem betroffen ist - denn die Bakterien brauchen eine Temperatur von 20 Grad Celsius. Vermutlich befinden sich die Warm- und Kaltwasserleitung nebeneinander, oder das kalte Wasser steht länger in gut geheizten Räumen. Einer der betroffenen Vereine ist die HSG Biewer/Pfalzel. Um deren Spieler hatte es das Gerücht gegeben, sie hätten sich die Legionärskrankheit eingefangen. "Da ist nichts dran", sagt HSG-Vorstand Ottmar Cartarius: "Einige Spieler unserer dritten Mannschaft waren erkältet. Und als wir von den Legionellen hörten, haben sie sich untersuchen lassen. Keiner ist an Legionellen erkrankt." Legionellen sind eine Bakterienform, die beim Einatmen von kontaminiertem Duschwasser oder Luft aus Klimaanlagen Lungenerkrankungen hervorrufen kann.