Balduin im Mittelpunkt des Kulturerbes

Balduin im Mittelpunkt des Kulturerbes

Der Trierer Erzbischof und Kurfürst Balduin von Luxemburg hat im Mittelpunkt des Beitrags der Unesco-Projektschulen Auguste-Viktoria-Gymnasium und Realschule plus Trier-Ehrang beim dritten Welterbe-Tag auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz gestanden. Die Schüler sprachen sich zudem in ihrem "Koblenzer Manifest" für ein friedliches Miteinander der Völker, Sprachen und Kulturen aus.

Trier/Koblenz. Er galt als großer Förderer von Handel und Verkehr: So wurden im Auftrag des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Luxemburg die Steineinwölbungen der Römerbrücke in Trier errichtet. Dies präsentierten die Schüler der Realschule plus Trier-Ehrang mit Karin Sattler und Reinhold Ruf-Haag beim dritten Welterbe-Tag unter dem Motto "Unser kulturelles Erbe - Auftrag für Gegenwart und Zukunft" auf der Festung Ehrenbreitstein. Die Ehranger Schule ist wie auch das Auguste-Viktoria-Gymnasium (AVG) Trier eine von 15 Unesco-Projektschulen aus Rheinland-Pfalz.
Insgesamt machten sich mehr als 600 Schüler auf den Weg nach Koblenz. Ihr Ziel: dem kulturellen Erbe in der Gegenwart stärkere Beachtung zu schenken, um es für die Zukunft gemeinsam zu erhalten. In mehreren Vorbereitungstreffen entwickelten die rheinland-pfälzischen Unesco-Schulkoordinatoren zusammen mit dem Landeskoordinator Anton Viktor Wyrobisch (Trier) und dem Beauftragten in der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Hermann Joseph Löhr (Koblenz), das Konzept ihres Unesco-Welterbe-Tags.
Mit ihrer Eigenkomposition "Let\'s go Unesco" und anderen musikalischen Beiträgen umrahmten das Jazz-Orchester des Eichendorff-Gymnasiums Koblenz und die Band der Schule im Bernardshof Mayen die Kundgebung. Den Höhepunkt bildete das "Koblenzer Manifest der Unesco-Projektschulen", das die AVG-Schülerinnen Julia Ambré und Clara Wolf stellvertretend für alle 600 verkündeten. Darin erklärten sie, dass sich durch die Bundesgartenschau 2011 das ehemalige Bollwerk Ehrenbreitstein im Unesco-Welterbe Mittleres Rheintal zu einer Identität stiftenden Quelle gewandelt habe: Die Festung sei zum Symbol für ein friedliches Miteinander der Völker, Sprachen und Kulturen geworden, ein Ort der Begegnung. Umgeben von eigens gestalteten Bannern und Fahnen stellten die Schüler des AVG mit Sabina Weiss das reiche kulturelle Erbe von Balduin von Luxemburg vor. Er sei eine der markantesten und wirkungsmächtigsten Persönlichkeiten auf dem Trierer Erzbischofsstuhl gewesen und habe für einige Jahre die Stadt zu einem Zentrum europäischer Politik und Kultur gemacht, so ihre Aussage. Deshalb begrüßen sie das grenzübergreifende Projekt eines Wanderwegs zu Ehren des Trierer Herrschers: die Balduin-Route. Geplant ist, diese Wanderstrecke an den von Balduin errichteten Burgen entlang der Mosel bis Koblenz und weiter am Rhein bis Boppard und zurück zu führen.
Für die Schüler des AVG steht fest: "Balduin von Luxemburg ist einer der Väter unseres Landes. Sein kulturelles Erbe ist für uns ein Auftrag für Gegenwart und Zukunft. Wir vergessen es nicht und hoffen, uns bald auf den Balduin-Weg machen zu können. Start und Ziel dieser Balduin-Route kann nur Trier sein." red
Balduin von Luxemburg oder Balduin von Trier (1285-1354) war von 1307 bis 1354 Erzbischof und Kurfürst von Trier, von 1328 bis 1336 Administrator des Erzbistums Mainz und von 1331 bis 1337 mit Unterbrechungen Administrator der Bistümer Worms und Speyer. Der jüngst restaurierte Balduinbrunnen in Trier und das Balduindenkmal an der Trierer Römerbrücke erinnern an ihn. red

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