Wirtschaft: Balkon und Terrasse werden zum Immobilien-Schwerpunkt

Wirtschaft : Balkon und Terrasse werden zum Immobilien-Schwerpunkt

Die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Trier meldet ein verbessertes Jahresergebnis und kündigt Investitionen an.

(red) Die Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Trier 1922 eG (GeWoGe) zieht eine positive Bilanz des Geschäftsjahrs 2017. Im Rahmen der regulären Mitgliederversammlung im Hotel Park Plaza kündigte Vorstand Burkhard Eckloff für die kommenden Jahre weitere Investitionen in die Sanierung und Attraktivitätssteigerung des eigenen Wohnungsbestands an. Die Versammlung stand zudem im Zeichen der Verabschiedung des langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Polifka.

Für rund 47 Prozent der Deutschen gilt das Vorhandensein eines „Freiluftzimmers“ als das wichtigste Kriterium bei der Wohnungssuche. Dass ein eigener Balkon oder eine Terrasse den Wohnwert einer Immobilie steigern, liegt auf der Hand, doch nicht jeder, der zur Miete wohnt, verfügt über diesen Komfort. So hat bis dato auch die Mehrzahl der nahezu 750 Wohneinheiten der GeWoGe keinen Balkon. Das wird sich schrittweise ändern:

Im Bericht des Vorstands kündigte Burkhard Eckloff an, dass die Schaffung von „Freiluftzimmern“ ein Schwerpunkt der kommenden Jahre bilden wird. Dabei verwies er auf aktuell laufende und voraussichtlich noch in diesem Sommer realisierte Maßnahmen: So erhalten allein in der Straße Maximineracht in Kürenz 18 Mietparteien einen Balkon, in der Hohenzollernstraße in Trier-Süd werden 16 neue Balkone errichtet.

„Auch weiterhin werden wir alles dafür tun, um unsere Wohnungen zukunftsfähig und bezahlbar zu halten“, erklärte Eckloff. Mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 4,86 Euro liegt die GeWoGe nach wie vor deutlich unter dem, was auf dem Trierer Wohnungsmarkt üblicherweise verlangt wird.

Der Neubau bezahlbaren Wohnraums stehe weiter auf der Agenda, betonte Vorstand Eckloff, doch lägen die Grundstückspreise in Trier in einem Bereich, welche die Realisierung derartiger Vorhaben schwierig mache. Deshalb konzentriere sich die GeWoGe vorerst vor allem auf die Instandsetzung ihres Bestandes. Allein im vergangenen Geschäftsjahr wurden 29 Einheiten komplett saniert. „Wir investieren in die Zukunft“, erklärte Eckloff.

Verzichten muss die Wohnungsgenossenschaft in Zukunft auf ihren langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Christian Polifka, der aus Altersgründen aus dem Gremium ausschied. 2005 war Polifka erstmals in den Aufsichtsrat gewählt worden, seit 2010 stand er an dessen Spitze.

Eckloff wie auch der für weitere drei Jahre in dieses Gremium gewählte stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Bernward Wittschier zollten Polifka großen Respekt für sein großes Engagement. Dieser habe sich in seiner Zeit als Aufsichtsrat zu einem „wahren Experten der Immobilienwirtschaft“ entwickelt. Polifka betonte einmal mehr, dass sich die GeWoGe auch künftig der Idee Friedrich Wilhelm Raiffeisens verpflichtet fühle.

Der Sozialreformer und Begründer der Genossenschaftsbewegung wurde vor 200 Jahren geboren und erkannte: „Was einer nicht schafft, das schaffen viele.“ Zu den vielen der GeWoGe zählt auch Dirk Kirsten, der erstmals in den Aufsichtsrat gewählt wurde.

Wie viele Mitglieder die GeWoGe inzwischen zählt, wusste Eckloff auch zu berichten: Stand 31. Dezember 2017 waren es 943 und damit 26 mehr als im Vorjahr. Auch der Jahresabschluss zeigt nach oben: So stieg der Jahresüberschuss von 413 458 Euro in 2016 auf 532 850 Euro. Die Mitglieder beschlossen eine Dividende von vier Prozent.

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