1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Bankgeschäfte per Video statt Besuch in der Filiale vor Ort

Bankgeschäfte per Video statt Besuch in der Filiale vor Ort

Die Sparkasse Trier schließt Ende des Monats ein Drittel ihrer Filialen in Stadt und Landkreis (der TV berichtete). Was mit den frei werdenden Räumen passiert, steht offenbar noch nicht fest.

Trier/Beuren/Züsch. 1,2 Millionen Euro will die Sparkasse Trier durch die Aufgabe von 23 ihrer 67 Filialen sparen: Zum 30. September schließen fünf (von 18) Außenstellen im Stadtgebiet und 18 (von 49) Niederlassungen im Landkreis Trier-Saarburg (der TV berichtete mehrfach, siehe Grafik).
Grund für die Schließungen: Immer weniger Kunden nutzen den Vor-Ort-Service und erledigen stattdessen über das Internet ihre Bankgeschäfte. Gespart werden muss auch, weil die Sparkasse im laufenden Jahr mit Gewinneinbußen rechnet durch die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank. Zu den Sparmaßnahmen gehört auch, dass Zuschüsse an Vereine und Organisationen teilweise gekürzt werden - die bisherige jährliche Spende an den Kreismusikverband Trier-Saarburg etwa von 70 000 Euro auf 60 000 Euro.
Die beabsichtigten Schließungen waren im April durch Berichte des TV bekannt geworden. Proteste in den Räten der Gemeinden und Ortsteile, die von den Filialschließungen betroffen sind, blieben wirkungslos. Im Trierer Stadtteil Biewer hatten die Bürger beispielsweise gefordert, dass zumindest ein Geldautomat erhalten bleiben müsse - erfolglos. "Alle Maßnahmen werden termingerecht umgesetzt", teilt die Sparkasse auf Nachfrage schriftlich mit. Im Gegenzug hat die Sparkasse Trier ihr Online-Angebot optimiert. Der neue Internetauftritt, seit Juli online, bringe den Kunden "eine Vielzahl von Vorteilen", teilt die Sparkasse mit.
Unter anderem seien die Sicherheitsstandards auf den neuesten Stand gebracht worden und Legitimationen - zum Beispiel für eine Kontoanlage - könnten nun per Videoübertragung von zu Hause aus erledigt werden.
Die Sparkasse bietet aber auch weiterhin ganz persönlichen Kontakt: Auf Wunsch würden Berater ihre Kunden zu Hause besuchen, auch außerhalb der Geschäftszeiten.
"Trotzdem ist uns natürlich bewusst, wie schwer die Umstrukturierung unseres Filialnetzes für die im Einzelfall betroffenen Kunden sein kann", räumt Günther Passek, Vorstandvorsitzender der Sparkasse Trier, ein.
Was mit den Räumlichkeiten der Filialen passiert, die Ende des Monats geschlossen werden - etwa der Bau am westlichen Römerbrückenkopf in Trier -, dazu äußert sich die Bank nicht konkret: "Zum großen Teil hat die Sparkasse die Räumlichkeiten nicht als Eigentümer, sondern als Mieter genutzt", erklärt Helga Etienne, Pressesprecherin der Sparkasse Trier, dazu lediglich.Extra

Auch die Commerzbank ist demnächst nur noch mit einer statt bislang zwei Filialen in Trier vertreten: Die kleinere Filiale in der Simeonstraße (sieben Mitarbeiter, knapp 5600 Privatkunden) wird Ende des Jahres geschlossen, die größere Niederlassung in der Trie rer Brotstraße 24 (14 Mitarbeiter, 8300 Kunden) wird im Gegenzug renoviert und ausgebaut und bleibt erhalten (der TV berichtete). Ebenso wie bei der Sparkasse soll es auch bei der Commerzbank keine Entlassungen im Zuge der Filialschließungen geben. mic/woc