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Bau: Anpfiff in Trierer Mäusheckerhalle ab 2020

Sport : Anpfiff in Trierer Mäusheckerhalle ab 2020

Zehn Millionen will die Stadt Trier in einen Neubau am Mäusheckerweg investieren. Fragen werfen die maroden Schulgebäude nebenan auf. Gesucht wird ein Kniff, um auf dem Gelände auch eine Anlage für Skater finanzieren zu können.

Was soll eine neue Sporthalle am Mäusheckerweg leisten? Wann kommt die gewünschte Skateanlage? Und was geschieht mit den baulichen Mängeln des alternden Schulzentrums? Fragen gibt es noch reichlich zu den großen Plänen der Stadt Trier in Ehrang. Zumindest teilweise hat die Verwaltung auch schon Antworten darauf.

So erfuhren die Ortsbeiräte Trier-Ehrang/Quint und Trier-Pfalzel in einer gemeinsamen Sitzung, dass der Abriss der stillgelegten alten Halle in Kürze starten soll. Im Herbst ist dann Baubeginn für das mit rund zehn Millionen Euro kalkulierte Neubauprojekt.

Projektleiterin Katja Jakulski nannte konkrete Zahlen: Die Grundfläche umfasst rund 3000 Quadratmeter, das Spielfeld misst 1290 Quadratmeter, und der Hallenraum umfasst knapp 27 000 Kubikmeter. Der Bau wird maximal auf 1150 Besucher ausgelegt, die festen Tribünen bieten 500 Sitzplätze.

Als Option wäre eine zusätzliche auf- und abbaubare Tribüne mit 170 Plätzen möglich. Der Bauantrag ist gestellt, im nächsten Schritt folgen die Ausschreibungen. Die Fertigstellung ist im Frühjahr 2020 vorgesehen. Auch die maroden Hausmeisterwohnungen nebenan müssen komplett durch Neubauten ersetzt werden.

Die von den Ortsbeiräten Ehrang und Pfalzel seit Jahren gewünschte Skateanlage steht auf einem anderen Blatt und ist nicht Teil der Planung, obwohl sie direkt neben dem Neubau angelegt werden soll. Frank Simons als Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft sagte zur möglichen Finanzierung des mit 195 000 Euro kalkulierten Projekts: „Ich rate dringend davon ab, dafür noch einen Förderantrag nachzuschieben, zumal es sich bei Halle und Skateanlage fördertechnisch um zwei verschiedene Projekte handelt.“ De facto sei die Förderung auf vier Millionen Euro für die Halle gedeckelt. Alles, was dazukomme, zahle die Stadt selbst.

Einen möglichen Weg zeigte Stadtratsmitglied Berti Adams (CDU): „Jede Fraktion sollte für sich einen Antrag auf Bau der Anlage stellen. Danach muss das Projekt in den städtischen Haushalt gestellt werden.“

Der traurige Gebäudezustand der Moseltal Realschule plus und des Friedrich-Spee-Gymnasiums beschäftigt die Kommunalpolitiker ebenfalls. Kräftige Schützenhilfe erhielten die Gremien von Realschulleiterin Marita Wenz und dem scheidenden Chef des Gymnasiums, Karl-Josef Hammann, die kein Blatt vor den Mund nahmen. Hammann umschrieb den Ist-Zustand so: „Ich habe hier in sechs Jahren Amtszeit nur Mangelwirtschaft, Vertröstungen und Hinhaltungen erlebt. Das ist inzwischen eine prekäre Situation. Wir betrügen so unsere Kinder um ihre Ressourcen. Wann geht endlich in die Köpfe der Deutschen rein, dass Bildung systemrelevant für die Zukunft ist.“

Dem folgte die Kollegin Wenz mit einer nicht enden wollenden Mängelaufzählung, Hinweisen auf fehlende Barrierefreiheit und das Quasi-Ende des Sportunterrichts seit Schließung der Halle. Wenz: „Wir haben Kinder, die nur Fußball als Sport kennen, weil es sonst nichts mehr gibt.“ Ortsbeiratsmitglied Anja Utscheid sagte: „Ich bin schon selbst auf diese Schule gegangen – die Toiletten sehen immer noch so aus wie damals. Und wann brechen hier die Decken wie in der gleich alten Halle?“ Antwort von Schulleiterin Wenz: „Man wird sehen, es knirscht überall im Gebälk.“

Schnelle Abhilfe können die Vertreter der Verwaltung an diesem Tag nicht versprechen. Versöhnliche Stimmung herrschte dann immerhin zum Abschluss, als sich Gymansiumsleiter Hammann bei einem Glas Sekt von den beiden Ortsbeiräten verabschiedete.