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Bauarbeiten gehen während Corona-Krise ungestört über die Bühne. Ein für Trier wichtiges Projekt wird verschoben.

Projekte : Vorerst geht es weiter beim Straßenbau

Die leeren Straßen haben auch Vorteile: Bauarbeiten gehen nahezu ungestört über die Bühne. Ein für Trier wichtiges Projekt wird trotzdem verschoben.

Abstand wahren. Das gilt für die Mitarbeiter der Straßenbaufirmen gleich doppelt. Abstand, was die Entfernung zum Kollegen betrifft, um die Ansteckung mit dem Coronavirus zu verhindern. Das Abstandsgebot gilt ebenfalls zum Verkehr, der meist irgendwie an der Baustelle vorbeigeleitet wird. Was die oft zu nah und zu schnell an den Engstellen vorbeifahrenden Fahrzeuge betrifft, dürfte es aktuell wenige Probleme geben, denn selbst auf den Hauptdurchgangsstraßen tröpfelt der Verkehr in einer Intensität wie an Sonntagen. Da nun auch das Wetter mit viel Sonne die Arbeit im Freien vergleichsweise flott von der Hand gehen lässt, müssten die Planer und die Straßenbauer trotz der Beschränkungen bester Laune sein. Dem ist jedoch nicht so.

Was erst einmal nicht kommt. Am 14. April sollte es losgehen. Die Stadtwerke wollten die Versorgungsleitungen in der Olewiger Straße vor dem Amphitheater erneuern (der TV berichtete). Das hätte weitreichende Konsequenzen für die Menschen gehabt. Denn der gesamte Verkehr zwischen den Höhenstadtteilen und der Talstadt sollte durch das Gartenfeld geführt werden. Nur Stadtbusse sowie Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei hätten per Bedarfsampel freie Fahrt in Richtung Innenstadt erhalten. Lastwagen mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen sollten weiträumig umgeleitet werden.

Auf Anfrage teilt Carsten Grasmück, Pressesprecher der Stadtwerke Trier, nun mit, dass aufgrund der aktuellen Situation rund um das Coronavirus „die Ausführung der Maßnahme in der Olewiger Straße in Abstimmung mit dem Tiefbauamt der Stadt Trier bis auf weiteres verschoben“ wird. Weitere Informationen sollen folgen, sobald eine verlässliche Planung möglich ist.

Was derzeit weiterläuft. Seit Monaten wird beispielsweise die Straße Am Pfahlweiher im Stadtteil Feyen/Weismark ausgebaut. Nach Auskunft von Ralph Kießling, Sprecher der Stadtverwaltung Trier, befinden sich die Arbeiten aktuell im zweiten Bauabschnitt, der nach der Winterpause angegangen worden ist. Derzeit wird ein Kreisverkehr an der Einmündung der Straße Auf der Weismark umfasst. Die Bauarbeiten laufen aktuell gut, der Zeitplan wird eingehalten. Der zweite Bauabschnitt soll im Mai abgeschlossen sein. Ab Juni beginnt voraussichtlich der dritte Bauabschnitt zwischen den Einmündungen Scheffelstraße und Im Reutersfeld. Weitere größere Baustellen gibt es aktuell in der Hohenzollernstraße (Trier-Süd), in der Eltzstraße (Trier-Pfalzel) oder in der Paulinstraße (Trier-Nord).

Und nun kommt ein großes Aber. Aufgrund der aktuellen Lage kann niemand abschätzen, ob und welche Auswirkungen es beim Straßenbau geben wird. „Dieser Vorbehalt gilt auch für den Ausbau Zum Pfahlweiher“, sagt Kießling. Wenn beispielsweise Corona-Fälle bei den beauftragten Firmen auftreten und die anderen Mitarbeiter in Quarantäne sind, müssten Arbeiten verschoben werden. Das gilt auch für die Baustellen im Kreisgebiet.

Denn auch im Landkreis Trier-Saarburg wird fleißig gearbeitet. Beispielsweise an den Ortsdurchfahrten Waldweiler, Konz-Kommlingen, Trassem oder Damflos, sagt Winfried Schmitt vom Landesbetrieb Mobilität. Bis dato seien noch keine Projekte verschoben worden. So begannen am Montag die Arbeiten an den Übergangskonstruktionen an der Feyener Brücke der B 51 zwischen Trier und Konz. Weitere Projekte, die in nächster Zeit anlaufen dürften, seien die Ortsdurchfahrten Serrig und Züsch.

Was möglicherweise angegangen wird. In der Vergangenheit hat es sich gezeigt, dass es richtig kompliziert wird, wenn es gleich mehrere Großbaustellen in der Stadt gibt. Ab dem Sommer wäre solch ein Fall eingetreten. Denn der momentane Zeitplan sieht vor, dass die Bauarbeiten am Römerbrückenkopf West in den Sommerferien, voraussichtlich Ende Juli, beginnen. Stadtsprecher Kießling: „Das Projekt ist noch nicht auf Eis gelegt.“