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Bauarbeiten im Avelertal in Trier: Wann es endlich weitergeht

Ärger um Straßenausbau : Straßenarbeiten im Avelertal in Trier: Wann es endlich weitergeht

In einem Seitenarm der Straße im Avelertal fehlen seit Jahren Straßenlampen und Parkplätze. Die versprochenen Maßnahmen verzögern sich jedoch seit über einem halben Jahr. Warum die Bauarbeiten nicht vorankommen.

Im Trierer Avelertal wohnt man ziemlich gut. Nicht nur der schönen Aussicht auf die Weinberge und der guten Anbindung zur Innenstadt wegen. Das Wohngebiet in Richtung Domäne Avelsbach hat zusätzlich auch idyllische Ruhe zu bieten. Genau dort, an einem Seitenarm der Straße „Im Avelertal“, ist es den Anwohnern in letzter Zeit etwas zu ruhig. Denn eigentlich sollten dort bereits im vergangenen Sommer notwendige Straßenarbeiten stattfinden. Tiefe Reifenspuren im Schlamm neben der Straße zeugen von einem Problem, dass die Anwohner seit Jahren beschäftigt: Massiver Parkplatzmangel. „Vor allem an Wochenenden oder bei Veranstaltungen in der Domäne Avelsbach ist es die Hölle. Man findet keinen Platz“, sagt eine Anwohnerin, die ihr Auto aus dem Matsch rangiert.

Die Seitenstraße „Im Avelertal“ ist gesäumt von Ein- und Mehrfamilienhäusern, ohne das genügend Platz für die vielen Autos vorhanden wäre. Die angrenzenden Gräben und Grünstreifen stehen daher jeden Tag voller Autos. Auch Straßenlaternen fehlen auf der Straße bisher komplett. Beides sollte bereits im vergangenen Sommer behoben werden. Passiert ist bisher kaum etwas.

Warum gibt wurden die Bauarbeiten nicht schon abgeschlossen?

„Ohne Taschenlampe ist es in Dunkeln schon gefährlich“, sagt ein anderer Anwohner. „Man kann kaum sehen wo man hingeht und läuft Gefahr, angefahren zu werden. Immer weiter hingehalten zu werden ist untragbar. Wir sind die Lachnummer von ganz Kürenz.“

 Verzweifelte Anwohner nutzen jedes Fleckchen Straßenrand zum parken.
Verzweifelte Anwohner nutzen jedes Fleckchen Straßenrand zum parken. Foto: TV/Alexander Wittlings

Aber warum wurden die Bauarbeiten dann nicht schon längst abgeschlossen? Im Falle der Straßenbeleuchtungen liege das an der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Juli, sagt Ralph Kießling von der Stadtverwaltung Trier. „Durch die Folgen des verheerenden Hochwassers in Trier-Ehrang waren die Mitarbeiter der Stadtwerke und der Stadt Trier sowie die jeweiligen Jahresvertragsfirmen für längere Zeit dort gebunden und sind es zum Teil aktuell immer noch“, sagt Kießling. „Unter anderem geht es dort um die Herstellung der Gasversorgung oder Mängelbeseitigung an Verkehrsflächen. Dadurch haben sich zahlreiche Projekte verzögert.“

Woran es bei der Straßenbeleuchtung derzeit hakt

Die Befestigung der Parkflächen, die aktuell noch im Matsch versinken, könne daher erst beginnen, wenn die Straßenlampen aufgestellt wurden. Die Stadtwerke planen noch im ersten Halbjahr 2022 mit den Arbeiten zu beginnen.

Eine weitere Kuriosität: Am Anfang der Nebenstraße im Avelertal wurden in der Nähe der Glascontainer bereits im August Flächen asphaltiert. Die fertigen Flächen waren anschließend abgesperrt und nicht nutzbar. Die willkürlich anmutende Sperrung stößt bei vielen Anwohnern auf Unverständnis, sagt Ole Seidel, Ortsvorsteher von Kürenz. „Ich kann den Missmut der Anwohner voll verstehen“, sagt Seidel. „Warum so eine Pillepalle-Maßnahme fünf Monate braucht versteht keiner.“

 Die Schilder der Absperrung stehen immer noch an der Straße. Sie wurden in Richtung Wiese gedreht, um zu zeigen, dass sie nicht mehr aktuell sind.
Die Schilder der Absperrung stehen immer noch an der Straße. Sie wurden in Richtung Wiese gedreht, um zu zeigen, dass sie nicht mehr aktuell sind. Foto: TV/Alexander Wittlings

Der Grund sei laut Stadt das zu kalte Wetter während der Wintermonate. Fahrbahnmarkierungen haften nur auf Asphalt, wenn es warm genug ist. Das Wetter soll ab April eine Anbringung der Markierungen zulassen.

Doch fast wie von Zauberhand ist schon vor dem Ende des Winters Bewegung in die Sache gekommen. Wenige Tage nachdem der TV eine Anfrage zum Thema an die Stadtverwaltung Trier gestellt hat, wurden die Parkflächen auch ohne Markierungen schon freigegeben und die Absperrung entfernt.

Warum es im Averlertal nicht von Anfang an vernünftige Laternen gab

Bleibt nur eine wichtige Frage: Warum hat das Baugebiet nicht von Anfang an eine vernünftige Straße mit Laternen bekommen? Die Antwort ist einfach: Weil es bisher keinen fertigen Bebauungsplan für das Gebiet gibt. Der ist normalerweise Voraussetzung dafür, dass irgendwo irgendetwas gebaut werden darf. Erst im März 2021 hat der Stadtrat beschlossen einen Bebauungsplan für das Gebiet „Avelertal Ost“ aufzustellen. Dieser ist aktuell noch in Arbeit.

Größe und Baudichte waren bisher nicht festgelegt, weshalb sich dort auch Einfamilienhäuser bunt gemischt neben größeren Wohnkomplexen aneinanderreihen. Auch auf die Straße hat das Einfluss. Denn bisher ist der Seitenarm der Straße „Im Avelertal“ nur als Wirtschaftsweg deklariert, was den kläglichen Zustand der Straße erklärt.

Dafür mussten die Anwohner auch noch nie Straßenausbaubeiträge bezahlen. Diese werden laut Stadt erst fällig, wenn der Weg zu einer vollwertigen Erschließungsstraße ausgebaut ist. Dann müssten die Anlieger 90 Prozent der Kosten übernehmen. Ein derartiger Ausbau sei laut der Stadt aber in nächster Zeit nicht geplant.