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Bauen am Kernscheider Höhenweg?

Bauen am Kernscheider Höhenweg?

In anderen Stadtteilen protestieren Bürger und Beiräte gegen das Vorhaben der Stadt, bisherige Grünflächen für Wohn- und Gewerbegebiete vorzumerken. In Olewig ist das anders: Der Ortsbeirat schlägt vor, den Kernscheider Höhenweg - bislang nicht für neue Bebauung vorgesehen - in die Erschließungspläne aufzunehmen.

Trier-Olewig. Wo dürfen neue Siedlungen entstehen? Welche Straße muss ausgebaut werden, welche Flecken sollen grün bleiben? Die Stadtverwaltung erarbeitet derzeit einen neuen Flächennutzungsplan, der bestimmt, welche Flächen künftig wie genutzt werden dürfen.
Was neuen Wohnraum angeht, sieht das Rathaus einen sehr geringen Handlungsspielraum in Olewig: Bauliche Verdichtung sei "nur in sehr begrenztem Umfang vorgesehen, aber nicht vollständig zu vermeiden", steht im Umweltbericht zum Flächennutzungsplan. Das sieht der Olewiger Ortsbeirat anders. Er stimmte dem aktuellen Entwurf des Plans in seiner jüngsten Sitzung zwar grundsätzlich zu, gab aber zusätzlich eine Stellungnahme ab. Kernpunkt: Das Gebiet am Kernscheider Höhenweg sei, anders als im Flächennutzungsplan vorgesehen, sehr wohl zur Erschließung geeignet. Sowohl Strom und Wasser als auch gute Busanbindung seien gegeben. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Stadt händeringend nach Wohnraum suche, versteht der Rat nicht, warum dies kein Baugebiet werden soll, argumentiert der Rat.
Einige Bürger waren extra zur Sitzung gekommen, um diesen Punkt einzubringen und freuten sich darüber, dass die Ratsmitglieder den Aspekt von sich aus ansprachen. Neben dem Vorschlag für das Neubaugebiet am Kernscheider Höhenweg enthält die Stellungnahme des Ortsbeirates einen weiteren Punkt: Der öffentliche Wirtschaftsweg, der sich am Hang des Tals zwischen den Weinbergen und den Häusern entlangzieht, soll aufgewertet werden, so dass er zum Spazierengehen und zur Erholung einlädt. Lorenz Fischer (CDU), von dem der Vorschlag kam, schlug als Beispiele Sitzbänke oder eine kleine Aussichtsplattform vor, von der aus man über das Tal blicken könnte.
Die Vorschläge aus Olewig sollen in die weiteren Beratungen über den Flächennutzungsplan einfließen. Ist der Entwurf fertig und vom Stadtrat abgesegnet, haben die Bürger die Möglichkeit, den Plan einzusehen und eigene Einwände vorzubringen.