Bauen am Langenberg: Ja! Brücke als Zuwegung: Nein!

Bauen am Langenberg: Ja! Brücke als Zuwegung: Nein!

Die Ortsbeiräte Euren und Zewen sind grundsätzlich für Baugebiete am Brubacher Hof und zwischen Euren und Zewen - allerdings nur mit Unterführung.

Trier Etliche Male hat der Eurener Ortsbeirat in den vergangenen Jahren über den Flächennutzungsplan der Stadt samt der beiden strittigen möglichen Baugebiete am Brubacher Hof und im Langenberg diskutiert. "Aber gekommen, um sich zu informieren, ist nie jemand von euch", wandte sich Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz am Mittwochabend an die rund 100 Bürger, die zur FNP-Infoveranstaltung der Stadt ins Druckwerk geströmt waren. "Dass die Bürgerinitiative jetzt anklingen lässt, die Stadtverwaltung oder sogar ich hätten euch nicht informiert oder wollten euch über den Tisch ziehen, ist daher nicht fair", sagte Schmitz, merklich angeschlagen.
Die BI hat sich erst vor wenigen Tagen gegründet als Reaktion auf den Lösungsvorschlag eines Verkehrsplaners für die beim Vollausbau des Langenberg erwarteten rund 4600 zusätzlichen Autos täglich: Eine etwa zehn Meter hohe Brücke über die Bahngleise und entlang des Eurener Neubaugebiets (der TV berichtete). "Aus unserem Garten würden wir direkt auf diese Brücke blicken, wir wären quasi eingepfercht zwischen ihr und der Bahnlinie - deren Reaktivierung vor einigen Jahren, als wir hier gebaut haben, auch noch kein Thema war. Durch die zusätzlichen Verkehrsstränge würde der Verkaufswert unseres Hauses wohl ordentlich sinken", kritisierte Thomas Fusenig (48).
Der Eurener Helmut Schmitt (68) befürchtete, dass eine solche Brücke zusätzlich zu den Autos des Neubaugebiets weiteren Verkehr anziehen würde. "Wenn die Brücke die anderen Straßen entlastet, dann würde das Fahrer aus Herresthal, Trierweiler und auch Udelfangen anlocken, die hoffen, hier schneller durchzukommen."
Welchen Quadratmeterpreis die Stadt den rund 1000 Eigentümern, die im Langenberg Grundstücke besitzen, für das Land bezahlen werde, wollte ein anderer Bürger wissen. "Es wäre so, dass die Stadt den Eigentümern, die Grundstücke in den nahe an Euren und Zewen gelegenen Arealen haben, die schon länger als Baugebiete im Visier sind, diese als Bauerwartungsland abkaufen würde. Für die rund 20 Hektar zwischen diesen Grundstücken würden wohl die Preise für Ackerland gezahlt werden - was etwa 14 Prozent des Preisniveaus von Bauerwartungsland entspricht", sagte Stefan Leist vom städtischen Planungsamt.
Nach der gemeinsamen Infoveranstaltung für die Ortsbeiräte von Euren, Zewen und Heiligkreuz sowie interessierten Bürgern, zogen sich die Räte zu getrennten Sitzungen zurück. Das Ergebnis: Der Heiligkreuzer Rat sprach sich einstimmig gegen den Vorschlag des Stadtvorstandes aus, am Brubacher Hof ein Baugebiet zu planen. Ortsvorsteher Theo Wolber kritisierte vor allem, dass das Rathaus für den Stadtteil Heiligkreuz noch keine akzeptable Lösung für das zu erwartende zusätzliche Verkehrsaufkommen habe.
Der Ortsbeirat Euren sprach sich für ein insgesamt 40 Hektar großes Wohngebiet zwischen Euren und Zewen aus. "Dabei sollen allerdings erst die nahe an Euren gelegenen etwa elf Hektar entwickelt werden - und auch das nur unter der Voraussetzung, dass zuerst eine Anbindung an die Gottbillstraße geschaffen wird, und zwar durch eine Tunnellösung unter den Gleisen durch. Eine Brücke ist mit uns nicht zu machen!", betonte Eurens Ortsvorsteher Schmitz.
Bis die kompletten 40 Hektar entwickelt seien, würden noch mindestens 15 bis 20 Jahre ins Land gehen. "Wie sich der Verkehr entwickelt, müssen wir dann weiter sehen - wenn bis dahin beispielsweise der Moselaufstieg gebaut ist oder die Umgehung Zewen, sind die Voraussetzungen ohnehin schon wieder andere."
Auch der Zewener Ortsbeirat votierte einstimmig für ein Baugebiet am Brubacher Hof. "Wir folgen auch dem Vorschlag der Stadtverwaltung, parallel dazu an der Ausweisung eines großen Baugebiets zwischen Euren und Zewen zu arbeiten", sagte Zewens Ortsvorsteher Christoph Schnorpfeil.
Unbedingte Voraussetzung sei allerdings, dass zuerst eine Anbindung an die Gottbillstraße gebaut werde, per Unterführung unter der Bahnlinie. "Eine Brücke kommt überhaupt nicht infrage!", sagte Schnorpfeil.

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