Bauland in Trier dringend gesucht! Ein Kataster soll helfen

Kostenpflichtiger Inhalt: Wohnungsmarkt : Bauland in Trier dringend gesucht! Eine Online-Plattform soll helfen

Die Stadt Trier erarbeitet eine Online-Plattform, um Entlastung für den Wohnungsmarkt zu schaffen. Beim Datenschutz gibt es Klärungsbedarf.

Der neu gewählte Stadtrat hat das Baugebiet Brubacher Hof gestoppt. Damit fallen 44 Hektar der bis zum Jahr 2030 ursprünglich geplanten 108 Hektar Neubauflächen weg. Ein Baulandkataster könnte helfen, zumindest etwas Entspannung in den zunehmend angespannten Wohnungsmarkt zu bringen. Das ist die Hoffnung, nicht nur der Fraktion der Unabhängigen Bürgervertretung Trier (UBT). Auf deren Initiative hatte der Stadtrat bereits im Mai 2018 der Verwaltung einen entsprechenden Prüfauftrag erteilt. Inzwischen steht der Entwurf, wie ein Baulandkataster für Wohnungsbau- und Gewerbeflächen aussehen könnte.

Stefan Leist, Abteilungsleiter beim Stadtplanungsamt, hat das Zwischenergebnis in der letzten Bauausschusssitzung vorgestellt. Demnach könnten nach aktuellen Erkenntnissen insgesamt 451 private oder öffentliche Flächen mit eine Gesamtgröße von 26,7 Hektar auf einer interaktiven Karte des Trierer Stadtgebiets abgebildet werden. Auch 16 Grundstücke (16,1 Hektar) für gewerbliche Bauten sind der Verwaltung bekannt. Bis diese Grundstücke – ohne Angaben von Eigentümerdaten – online auf der städtischen Homepage www.trier.de freigeschaltet werden können, ist allerdings noch viel zu tun. Vor allem Datenschutzaspekte seien zu klären, sagt Leist. „Wir planen eine Freischaltung im zweiten Quartal 2020.“

Grundsätzlich geht es darum, den Markt für Bauland transparenter zu machen und eine zügige Bebauung zu erleichtern. Trier wäre unter den Großstädten in Rheinland-Pfalz ein Vorreiter. Denn lediglich Kaiserslautern und Koblenz verfügen derzeit über ein öffentlich zugängliches Baulandkataster. Allerdings ist das System in Koblenz derzeit nicht online, was als Hinweis darauf gelten kann, dass die Sache nicht ganz einfach ist und alles nur mit Erlaubnis der Grundstückeigentümer passieren darf. Es gilt dabei die Widerspruchsregel.

Wenn die Stadt mit dem Kataster online gehen will, muss sie das einen Monat vorher öffentlich bekannt geben. Dann und zu jedem späteren Zeitpunkt kann ein Grundeigentümer einer Veröffentlichung der ihn betreffenden Angaben widersprechen. Eine Begründung ist nicht nötig. Die Verwaltung muss dann umgehend diese Daten löschen. Besteht für ein Grundstück kein Widerspruch, wird es in einem Stadtplan farbig markiert. Wenn sich daraufhin ein Interessent bei der Verwaltung meldet, stellt die den Kontakt zum Eigentümer her.

Wie das geschehen soll, ist noch im Detail zu klären. Kommunikation, die quartalsweise Aktualisierung und Pflege der Daten wird aber auch nach dem Start des Katasters personellen Aufwand bedeuten. „Wir rechnen mit einem Bedarf von zwei Viertelstellen“, sagt Projektleiter Leist. Die Entscheidung, ob das Projekt tatsächlich umgesetzt wird, trifft der Stadtrat. Abgeneigt sind die Fraktionen nicht, wie die Reaktion im Bauausschuss zeigt. „Wir freuen uns darüber, wie ernsthaft die Verwaltung unseren Prüfungsauftrag verfolgt hat“, so Christiane Probst (UBT).

Die sieht in dem Baukataster ein sinnvolles Projekt:  „Wir hoffen, dass das Angebot einen Beitrag dazu leistet, für interessierte Bürgerinnen und Bürger bessere Informationen über sofort bebaubare Grundstücke bereitzustellen und damit auch Bauland zu mobilisieren“, sagt Sprecher Michael Schmitz. „Dass dies bei dem angespannten Wohnungsmarkt in Trier eine Notwendigkeit ist, dürfte ja auf der Hand liegen.“