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Baumsturz in Trier: Eiche wurde im November kontrolliert

Nach Unglück mit verletztem Kind : Baumsturz in Trier: Eiche wurde im November kontrolliert

Die etwa 20 Meter hohe und wohl 80 bis 100 Jahre alte Eiche, die am Dienstag, 1. Mai, im Trierer Weißhauswald am Wildgehege umgestürzt ist, war erst im November 2017 auf ihre Standfestigkeit kontrolliert worden.


(woc) Die Überprüfung nach den Richtlinien der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) hatte laut Stadtverwaltung keine besonderen Auffälligkeiten ergeben. Die Richtlinien der FLL wenden viele Kommunen für die Kontrollen ihrer Baumbestände an.

Warum die Eiche trotzdem am Dienstagnachmittag offenbar unmittelbar umstürzte, könne noch nicht gesagt werden, erklärte Rathaussprecher Michael Schmitz bei einem Vor-Ort-Termin am Mittwochvormittag. Beim Umfallen der Eiche war am Dienstagnachmittag ein Mädchen so schwer verletzt worden, dass es im Krankenhaus stationär behandelt werden muss. Die Verletzungen seien allerdings nicht lebensbedrohlich, sagte Schmitz. Etwa 15 weitere Besucher des Wildgeheges, die das Unglück miterlebten, erlitten keine körperlichen Verletzungen, mussten aber von Seelsorgern und Psychologen betreut werden. Die Eiche begrub auch drei geparkte Autos unter sich.

Das weitere Vorgehen liege nun in Händen der Polizei. Wann der Baum genauer untersucht werde, stehe noch nicht fest, sagte Schmitz.

Zur Klärung der Ursache des Baumsturzes hat die Staatsanwaltschaft Trier einen Sachverständigen beauftragt. Auf der Grundlage des Gutachtens soll nach Mitteilung der Trierer Polizei auch geprüft werden, ob es Anhaltspunkte für eine eventuelle strafrechtliche Verantwortlichkeit gibt.

Baumsturz in Trier: Eiche wurde im November kontrolliert

Die Unglücksstelle am oberen Teil des Wildgeheges und ein Teil des Parkplatzes bleiben vorerst weiter abgesperrt. Die übrigen Wege und Parkplätze sind weiter geöffnet und zugänglich. Auf dem übrigen Gelände herrscht am Mittwochvormittag normaler Betrieb: Kinder schaukeln und wippen auf dem Spielplatz. Eine ältere Schulklasse ist offenbar auf Wandertag. Spaziergänger führen ihre Hunde aus.

Auch der Trierer Waldkindergarten Waldpänz ist mit seinen knapp 40 Kindern ganz normal im Weißhauswald unterwegs: „So ein Unglück ist tragisch, aber ein Restrisiko ist nie auszuschließen“, erklärt einer der Betreuer, Fachpädagoge für Natur- und Waldpädagogik. Von den Eltern der Waldpänz hätte es am Morgen keine besonderen Reaktionen gegeben. „Es wurde kein Kind abgemeldet“, sagt der Pädagoge.