Stadtentwicklung: Baustart auf dem Klostergelände in Trier-Olewig

Stadtentwicklung : Baustart auf dem Klostergelände in Trier-Olewig

Triers Stadtteil Olewig ist als Wohnort begehrt. Im Zentrum entstehen 80 Wohnungen in dem denkmalgeschützten Gebäude und in zwei Neubauten.

Autofahrer, die am Trierer Amphitheater vorbei in Richtung Höhenstadtteile und Hochwald unterwegs sind, können innerhalb von Sekunden die Vorzeichen für die großen Veränderungen in Olewig sehen. Der Stadtteil wird als „Grinzing von Trier“ auch bei Touristen beworben (Grinzing ist ein berühmter Stadtteil von Wien). Der kleine Park am Olewiger Ortseingang ist fast fertig. Im Frühjahr werden noch Bäume und Büsche gepflanzt. Nur einen Steinwurf davon entfernt gehen zwei neue Wohn- und Geschäftshäuser der Wirtz-Gruppe ihrer Vollendung entgegen. Und seit wenigen Tagen tut sich auch etwas auf dem Gelände des ehemaligen Klosters.

Für 1,8 Millionen Euro hatte die Gruppe Eifel-Haus das denkmalgeschützte Gebäude mit dem dazugehörigen 11 500 Quadratmeter großen Areal im Herbst von der Stadt gekauft. Das alte Kloster und der dazugehörige „Stierstall“ sollen entkernt und saniert werden. Nach den bisherigen Planungen sollen dort bis zu 28 Wohnungen entstehen. Auf dem Gelände zwischen dem historischen Gebäude und der Riesling-Weinstraße sind zudem zwei neue Wohngebäude mit insgesamt 50 Eigentums- und Mietwohnungen geplant. Ernst Mettlach, Sprecher der Stadt Trier, bestätigt: „Die Planungen sind mit den Fachbehörden für Denkmalschutz und Archäologie intensiv abgestimmt worden.“

Foto: TV/Wilbert, Bianca

Auf die Rodungsarbeiten vor einigen Wochen reagierten zwar nicht alle Anwohner in Olewig begeistert. Um die geplante neue Zufahrt und die für dieses Jahr geplante Tiefbauarbeiten nicht zu gefährden, musste aber der Winter genutzt werden. Der Abbruch einer Mauer und der Beginn von Entkernungsarbeiten in dem alten Klostergemäuer signalisieren nun den Start des Bauprojekts. „Wir haben begonnen“, bestätigt am Dienstag Alois Peters, Inhaber und Geschäftsführer von Eifel-Haus, auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds. Detaillierte Angaben will er mit dem Verweis auf eine Pressekonferenz der Stadt am Freitag nicht machen. „Unser Vorhaben ist mit der Stadt abgestimmt und im Bebauungsplan für unser Projekt verbindlich festgeschrieben.“

Mit dem Wohnungsbauprojekt hat die jahrelange Suche nach einer sinnvollen Nutzung des für den Stadtteil wichtigen Areals (siehe Info) einen Abschluss gefunden. Auch Ortsvorsteherin Petra Block ist darüber froh. „Das wird ein großer Gewinn für den Stadtteil“, ist sie überzeugt.

Diskussionen hatte es zuletzt über die zukünftige Verwendung der ehemaligen Olewiger Klosterkapelle im neugotischen Stil gegeben. Der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz wünscht sich eine Nutzung, die es der Öffentlichkeit weiterhin ermöglicht, den ehemaligen Kirchenraum zu erleben. Investor Eifel-Haus hatte daraufhin entsprechenden Spielraum signalisiert. Eine gewerbliche Nutzung sei denkbar.

Zumindest eine Bäckerei wird dafür aber vermutlich nicht infrage kommen. Die soll dem Vernehmen nach in eins der neuen Wirtz-Gebäude am Ortseingang einziehen.

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