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Baustelle bei Igel: Für Wochen nur über Umwege ins Ländchen

Baustelle bei Igel: Für Wochen nur über Umwege ins Ländchen

Ab Anfang Mai werden die Bundesstraße 49 und die Bahnstrecke bei Igel für mehrere Wochen gesperrt. Die Verkehrsströme im Trierer Tal werden umgelenkt. Vor allem der Westen der Stadt wird durch Autos und Lastwagen stärker belastet.

An jedem Werktag rollt eine regelrechte Karawane von Luxemburg-Pendlern und Tanktouristen durch Igel. Tausende Autos und Lastwagen durchqueren die enge Ortsdurchfahrt, um am Ortsausgang die Bahnstrecke auf einer Brücke zu queren. Für rund einen Monat wird es ab Anfang Mai keine Autoschlange geben. Denn die Brücke der B 49 über die Gleise wird durch eine neue Konstruktion ersetzt.Pendelbus zum Hauptbahnhof


Nicht allein die täglich rund 15 000 Fahrzeuge müssen sich wegen der Bauarbeiten einen neuen Weg suchen. Bahnkunden werden voraussichtlich für rund zwei Monate auf Busse umsteigen müssen. Der Landesbetrieb Mobilität, die luxemburgische Eisenbahn, die Stadtwerke Trier und die für die Buslinie 118 zuständigen Verkehrsunternehmen Voyages Emile Weber haben sich Gedanken gemacht, wie die Zeit der Straßensperrung bewältigt werden kann.

Nach derzeit gültigem Zeitplan fahren von Freitag, 2. Mai, bis Samstag, 28. Juni, keine Züge auf der Eisenbahnstrecke von Trier nach Luxemburg. Laut Homepage der Deutschen Bahn starten und enden die Züge in Wasserbillig. Dort stehen Busse bereit, die über die A 64 fahren und rund 30 Minuten später am Hauptbahnhof ankommen sollen. Weitere Zubringerbusse sind auf der Route Bahnhof Trier-Süd - Karthaus - Kreuz Konz - Grevenmacher - Wecker unterwegs.

Die ebenfalls hauptsächlich von Pendlern genutzte Linie 118 wird von Voyages Emile Weber bedient und führt von der Theodor-Heuss-Allee in Trier über Zewen, Igel und Wasserbillig nach Luxemburg-Stadt. Während der Zeit der Straßensperrung werden die Busse von der Haltestelle aus durch den Trierer Westen fahren. Über die Bundesstraße 51 geht es dann weiter über die A 64 nach Luxemburg. Die Fahrzeit soll sich nach Auskunft des luxemburgischen Transportministeriums nur um fünf bis sechs Minuten verlängern. An der Fachhochschule wird es eine zusätzliche Haltestelle geben, die auf der Strecke bis Wasserbillig fallen weg. Zudem wird ein Zubringerbus von Wasserbillig aus zum Park&Ride-Parkplatz am Grenzübergang bei Langsur-Mesenich fahren.

Auch die Busse der Linien 3 und 81der Stadtwerke Trier fahren anders. In Igel sollen Passagiere den Bus wechseln. Von dort aus geht es über die Kreisstraßen 1, 2 und 3 über Liersberg Richtung Sauertal. Gleich am ersten Sperrungswochenende wird jedoch auch die Umleitungsstrecke gesperrt werden, sodass kein Bus fahren kann. Laut SWT gibt es derzeit noch Abstimmungsgespräche mit dem LBM, um den Fahrgästen auch eine Verbindung aus und in das Sauertal bieten zu können.

Die Bergstrecke über Igel-Liersberg steht natürlich auch anderen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung. Geht es nach dem Landesbetrieb Mobilität, sollen PKW und LKW jedoch über B 51 und A 64 fahren. Eine entsprechende Umleitung wird ab der Konrad-Adenauer-Brücke ausgeschildert. In Luxemburg erwartet die Pendler auf der dortigen A 1 allerdings ebenfalls eine Baustelle. In Höhe von Wasserbillig wird eine Autobahnbrücke saniert. Die Arbeiten dauern rund 30 Monate, wie das luxemburgische Infrastrukturministerium mitteilte. Insgesamt stehen dann für beide Fahrtrichtungen zwar noch vier Fahrspuren zur Verfügung, die Höchstgeschwindigkeit wird aber auf Tempo 50 begrenzt (der TV berichtete).

Für keinen guten Gedanken hält Igels Ortsbürgermeister Franz-Josef Scharfbillig übrigens die Idee, die Sperrung auf dem schmalen Wirtschaftsweg unterhalb des Grutenhäuschens zu umfahren. "Begegnungsverkehr ist da ziemlich unmöglich", sagt er. Auf der einen Seite stehen Weinbergsmauern, auf der anderen Seite des Wegs geht es steil hinunter zur Mosel.Extra

Das Eisenbahn-Bundesamt muss das gesamte Lärmschutzkonzept für den Ausbau der Bahnstrecke in Igel überprüfen. Dieses Resümee zieht Rechtsanwalt Paul Henseler aus einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Koblenz, das dem TV vorliegt. Ein Anlieger ist nicht einverstanden damit, dass in unmittelbarer Nähe seines Hauses eine bis zu vier Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden soll. Das Bundesamt muss nun prüfen, ob eine nur rund ein Meter hohe Niedrigschallschutzwand gebaut werden muss. har Ausführlicher Bericht folgt.