BAUSTELLEN

Zum Bericht "Mühsam wächst das Mäuerchen" (TV vom 1. Oktober):

Würden alle Flüche von Autofahrern in der Olewiger Straße NSA-mäßig aufgezeichnet, die dort seit einem Jahr jeden Tag im Stau stehen, und würden alle wilden Drohungen in die Tat umgesetzt, dann müssten die dafür Verantwortlichen umgehend 24-stündigen Personenschutz beantragen. Wegen einer nicht enden wollenden Baumaßnahme stehen dort jeden Tag bis zu 25 000 Autofahrer, die in Trier arbeiten oder einkaufen wollen, im Stau. Dies sind in 400 Tagen zehn Millionen Autos. Und wäre es nur die Hälfte, das wäre genau so schlimm. Man kann das auch in Stunden ausrechnen, die da sinnlos herumgestanden werden. Die Krönung bildet derzeit ein 15 Meter langes Mauerstück, für dessen Fertigstellung die Trierer Stadtverwaltung sieben (!) Wochen eingeplant hat (und dessen Sanierung ursprünglich gar nicht für nötig erachtet wurde). An dieser Mauer arbeiten bestenfalls ein bis drei Menschen, manchmal tagelang auch gar keiner. Eine erneute Verzögerung ergab sich, weil mehrere Tage die erforderlichen Steine fehlten. Da drängt sich uns unwillkürlich der Gedanke an Dilettantismus in der Bauaufsicht und Ignoranz gegenüber den geknechteten Autofahrern auf, die manchmal nicht wissen, wie und wann sie ihre Arbeitsstätte erreichen sollen und ob die Ladenöffnungszeiten noch ausreichen. Dies scheint den für die Planung und Durchführung der Baumaßnahme Verantwortlichen völlig gleichgültig zu sein. Unter solchen Umständen verwundert es überhaupt nicht, wenn kaum noch jemand zur Wahl geht, um den obersten Repräsentanten dieser Stadt zu wählen. Solche Gedanken wird mancher Stausteher in der Olewiger Straße ganz sicher ausgebrütet haben. Zeit genug dazu hatte er jedenfalls. Christel und Wilfried Knickrehm, Trier