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BBS Schüler für Wirtschaft in Trier gründen Unternehmen TRIclock

Bundesweites Junior-Projekt : Eine Uhr mit drei Stundenzeigern – Schüler aus Trier gründen Unternehmen

Zwölf Zwölftklässler der BBS für Wirtschaft in Trier nehmen mit dem Unternehmen „TRIclock“ am bundesweiten Junior-Projekt teil und träumen vom Titel in Mainz.

Eine Uhr mit drei verschiedenen Stundenzeigern? Kurz, mittel und lang – und wieviel Uhr ist es dann? Immer dort, wo der Zeiger draufzeigt, der genau auf einer Zahl steht. Zwölf Zwölftklässler vom Wirtschaftsgymnasium der BBS für Wirtschaft Trier hatten diese Idee – gemeinsam mit dem Vater einer Schülerin. „Diese Variante mit drei Stundenzeigern und einem Minutenzeiger gibt es schon lange Jahre, mein Vater hat uns darauf gebracht“, sagt Lea Schumacher.

Mit ihren Mitstreitern hat sie zu Beginn des Schuljahrs ihr eigenes Unternehmen gegründet. Weil ihre Schule in Trier ist und die Uhr (englisch = clock) drei Zeiger hat, nennen sie sich TRIclock – und nehmen mit ihrem Unternehmen am bundesweiten Junior-Projekt des Bundesinstituts der deutschen Wirtschaft teil. Und die Teilnahme hat an der Schule Tradition – schon seit über 20 Jahren beteiligt sich die BBS Wirtschaft in Trier am Junior-Projekt, stellte schon Landessieger und Teilnehmer am Bundeswettbewerb. Ziel des Wettbewerbs ist, Schülern praxisnahe Einblicke in Wirtschaft und Unternehmensführung zu geben und ihnen die Möglichkeit zu schaffen, sich mit einer Geschäftsidee selbstständig zu machen. Am Ende musste sich die aktuelle Gruppe erst einmal für ihre eigene Geschäftsidee entscheiden, das Vorgängerprojekt war eine Online-Plattform für Ausbildungsplätze, es gab schon Kochbücher, Schulordner und vieles mehr an der BBS für Wirtschaft. Nach den Sommerferien wurden also erst einmal Idee gesammelt. Bevor man sich für die kreative Wanduhr entschied, wurde zum Beispiel über Küchenwaagen nachgedacht.

So sieht sie aus: die Uhr mit den drei Stundenzeigern. Foto: Björn Pazen

„Am Ende aber waren wir alle für die Wanduhren“, sagt Helena Ackermann, eine von zwei Vorständen von TRIclock. Im nächsten Schritt ging es um Design und Produktion. Ganz zu Beginn wurde das Logo gestaltet. Beim Föhrener Metallverarbeitungsbetrieb Brosius wurden die Edelstahl-Zifferblätter in Auftrag gegeben, fertig geschnitten und gelasert, die Zeiger produzieren die Schüler selbst mit einem 3D-Drucker. Die ersten Prototypen sind fertig, die ersten Bestellungen schon eingegangen.

Nun kommen Marketingleiterin Julia Mertes und ihr Team ins Spiel. „Dieses Jahr ist es natürlich schwieriger, die Kunden zu erreichen, weil wir zum Beispiel keinen Tag der offenen Tür an der Schule haben“, sagt Mertes. Daher ist der wichtigste Vertriebskanal neben Mund-Propaganda bei Mitschülern und Eltern das Internet. „Wir sind zum Beispiel auf Instagram vertreten“, sagt Mertes. Die Uhren werden erst bei Bestellung produziert, es gibt sie mit weißen und schwarzen Ziffern – ab 65 verkauften Uhren macht das Unternehmen TRIclock Gewinn. Die Uhren kosten 39,99 Euro pro Stück, je zwei Euro werden für die Opfer der Amokfahrt in Trier gespendet.

Und wie in jedem Jahr gehört beim Junior-Projekt auch die Suche nach Anteilseignern zu den unternehmerischen Aufgaben. Günter Jauch und Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe haben sich mit der Standardsumme von zehn Euro schon am Schüler-Unternehmen beteiligt – mit dem Geld wird nicht nur der Edelstahl eingekauft, sondern die Schüler erhalten ihren Lohn von 50 Cent pro Stunde. Die Teilnehmer treffen sich zwar meist in der Schule – auch mit den betreuenden Lehrern, aber das Unternehmen wird von ihnen komplett in ihrer Freizeit betreut. „Das ist immer wieder ein sehr großes Engagement der Schüler“, lobt Lehrer Jürgen Schmidt.

Für die Schüler ist das Eintauchen in wirtschaftliche Zusammenhänge sehr wichtig, einige können sich unter Umständen vorstellen, sich einmal selbstständig zu machen. Aber aktuell hoffen sie darauf, sich im Frühjahr 2021 zur Landessiegerehrung zu qualifizieren, dort zu gewinnen und dann zum Bundesfinale nach Berlin zu reisen. Nächster wichtiger Termin ist die erste Hauptversammlung des Unternehmens Ende Januar, wo die Schüler ihren Anteilseignern die aktuellen Zahlen präsentieren müssen.

Weitere Infos zum Projekt auf Instagram unter triclock_trier. Wer eine Uhr bestellen will, kann sich per E-Mail an das Schüler-Unternehmen wenden triclock.trier@web.de