1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Begegnungsstätte im Gartenfeld geplant

Begegnungsstätte im Gartenfeld geplant

In Trier wird es bald einen Gedenkort für Sinti und Roma geben. Damit hat sich der Innenstadt-Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt.

Trier. Die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Platzes "Hinter dem Dom" sind im vollen Gange. Auf einem Teilbereich der neuen Fläche wird es einen Ort geben, der an das schreckliche Schicksal der von der Naziherrschaft ermordeten Sinti und Roma erinnert. Die vorgesehene Stelenreihe entlang der Mauer gegenüber dem Dom soll ein "Gedenkort" werden und keine "Gedenkstätte", erklärte Ortsvorsteher Dominik Heinrich (Bündnis 90/Die Grünen) in der jüngsten Zusammenkunft des Ortsbeirates Trier-Mitte-Gartenfeld in der Ausonius-Grundschule. Die Höhe der finanziellen Förderung des Kunstwerkes durch den Ortsbeirat konnte der Rat nicht festlegen - wegen Beschlussunfähigkeit. Ortsteilchef Heinrich bedauerte, dass die wegen Krankheit und Urlaub auf sechs Mitglieder geschrumpfte Mannschaft keine Nägel mit Köpfen machen konnte. Nichtsdestotrotz stellte Sandra Klein vom städtischen Tiefbauamt das Projekt vor. Der bisherige "hässliche Platz" werde in eine Fußgängerzone umgewandelt, die später keinen Verkehr von Autos mehr zulassen werde. Man sei "gut in der Zeit", so dass eine Fertigstellung rechtzeitig zu den Heilig-Rock-Tagen kein Problem darstellen dürfte. Dominik Heinrich (Bündnis 90/Grüne) bemängelte, dass im Vorfeld durch die Verwaltung eine Stieleiche gefällt worden sei, ohne dass der Ortsbeirat vorher unterrichtet worden war. Der "gesunde Baum" hätte das neue Ensemble nicht gestört. Ein weiterer Kritikpunkt bei der insgesamt positiv zu bewertenden Neuerung für den Ortsvorsteher war die geringe Anzahl von Sitzmöglichkeiten.

Bereits zum zweiten Mal Gast während einer Ortsbeiratssitzung war der Verein "Mittendrin". Vereinsvertreter wie Rat vereinbarten, die Zusammenarbeit künftig noch mehr zu vertiefen. "Unser Herzensanliegen ist ein Begegnungsplatz im Gartenfeld", sagte die Vereinsvorsitzende Rebecca Main. Daran arbeite der Verein sehr intensiv. Angestrebt werde eine "Bürgerstätte", nicht ein "Bürgerhaus", erläuterte der stellvertretende Vorsitzende Alexander Käfer die Vereinsvorstellungen zu dem "zentralen Anlaufpunkt im Viertel". Mit dem Vorhaben wird auch das Ziel verfolgt, die Verkehrsströme in dem Ostteil der Stadt zu reduzieren "ohne die Anlieger zu drangsalieren". In Anbetracht von erheblichen Baukosten sah der Rat keine Möglichkeiten, das Vorhaben kurzfristig umzusetzen. Dominik Heinrich: "Das ist für uns eine Nummer zu groß." Ratsmitglied Richard Roscheck (CDU) machte folgenden Vorschlag, der eine sofortige Verbesserung herbeiführen könnte: die Vorfahrtsregelung von der Gartenfeldstraße in die Güterstraße (abknickend) zu ändern. Wenn dann die freie Sicht in Richtung Agritius-Kirche eingeschränkt würde (beispielsweise durch Bäume und Pflanzkübel), könnte sich eine Verbesserung schnell einstellen. Tenor im Rat: berechtigter Anliegerverkehr ja, weiterhin Erschließung zum Petrisberg nein. LH