1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Behindertenbeirat der Stadt Trier feiert UN-Behindertenrechtskonvention

Soziales : Behindertenbeirat feiert Jubiläum mit gemischten Gefühlen

Mit rund 100 Gästen hat der Behindertenbeirat der Stadt Trier das 10-jährige Bestehen der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland gefeiert. Es waren auch kritische Töne zu hören.

Eröffnet wurde der Abend im Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais mit einem kleinen Konzert des Bläserensembles der Integrierten Gesamtschule (IGS) Trier.

Durch den Abend führte Helga Bohnet. Ihre Moderation und das abwechslungsreiche Programm sorgten für einen kurzweiligen Abend.

Den gesanglichen Part hatten Evelyn Czesla und Pawel Czekala übernommen. Zwei Lieder aus der „Zauberflöte“ und „Carmen“ riefen Erinnerungen an zwei vielbeachtete Opernprojekte mit geistig behinderten Schülern der Porta Nigra Schule wach. Die Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sozialverbänden mussten sich den mitunter kritischen Fragen der Moderatorin stellen. Gerd Dahm, der Behindertenbeauftragte der Stadt Trier, hakte immer wieder nach. „Wir wollen niemanden vorführen, was uns auch gelungen ist. Aber kritisch nachfragen und das Hinweisen auf die nach wie vor bestehenden Defizite hinsichtlich der Teilhabe von Menschen mit Behinderung gehört zu den Aufgaben eines Behindertenbeauftragten“, erläuterte Gerd Dahm.

Betroffenheit und Nachdenklichkeit hinterließ das Ensemble der Theaterkompanie „com.guck“. Unverblümt und provokant thematisierten sie die Defizite der Gesellschaft hinsichtlich der Teilhabe behinderter Menschen. Originalzitate betroffener Menschen und immer wieder der Satz „Das ist kein Witz, ich würde mich schämen“ beeindruckten die Zuhörer tief. Eine Plakatpräsentation von Schülern und Schülerinnen der Heilerziehungspflegeschule Trier und ein Videobeitrag des Lebenshilfe Medienteams rundeten die Veranstaltung ab. „Wir hatten viele der entscheidenden Verantwortungsträger aus dem gesellschaftlichen Leben eingeladen, und fast alle sind gekommen. Das ermutigt uns in unserer Arbeit und zeigt, dass wir etwas verändern können, wenn wir zuhören, kritisieren und konstruktiv arbeiten“, resümierte Dahm. Viele Gäste blieben noch lange und vertieften ihre Eindrücke im Gespräch. Mit dabei waren unter anderem Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Bürgermeisterin Elvira Garbes, der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, der Vorstand der Stadtwerke Trier (SWT), Arndt Müller, der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Trier, Jan Glockauer, und der Geschäftsführer der Handwerkskammer, Axel Bettendorf. Auch der Geschäftsführer des Club Activ, Paul Haubrich, Lebenshilfe-Vorstand Wolfgang Enderle, Manfred Bitter, Chef der Nikolaus-Koch-Stiftung, der Intendant des Theaters Trier, Manfred Langner, sowie der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Trier, Heribert Wilhelmi, nahmen teil.