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Bei einem Herzstillstand kann jeder helfen, aber bitte schnell!

Herzstillstand : Jeder kann helfen, aber bitte schnell!

Nach einem Herzstillstand sind die ersten Minuten der Hilfe entscheidend - für die Lebensrettung, aber auch dafür, wie groß die Folgeschäden sind. Wir erklären, was zu tun ist.

Nur bei rund 40 Prozent der Herzstillstände in Deutschland führen Ersthelfer die lebensrettenden Handgriffe aus. Zum Vergleich: In den Niederlanden und in skandinavischen Ländern liegt diese Quote bei mehr als 60 Prozent.

Ärzte befürchten, dass die Angst vor einer Corona-Infektion die Hilfsbereitschaft weiter sinken lassen. „Das Infektionsrisiko bei reiner Herzdruckmassage und einem masketragenden Helfer ist nicht höher als sonst auch“, macht Professor Dr. Götz Geldner, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Anästhesisten (BDA) deutlich. Ein Tuch oder Kleidungsstück, das über das Gesicht des Patienten gelegt wird, kann zusätzlichen Schutz vor Aerosol-Bildung bieten.

„Das menschliche Gehirn kann bei einem Herzkreislaufstillstand höchstens fünf Minuten überleben, wobei mit jeder Minute die Wahrscheinlichkeit steigt, im Nachhinein schwer behindert zu sein oder zu sterben.“ Deshalb sei es so wichtig, sagt Geldner, sich trotz des Coronavirus um Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand zu kümmern und sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen.

So verhalten Sie sich richtig: Wichtig sind die Stichworte „prüfen, rufen, drücken“. Beobachtet jemand einen Menschen, der in sich zusammensackt, soll er „prüfen“, ob der Betroffene auf Ansprache reagiert. Ist dies nicht der Fall, erfolgt der Notruf über die Nummer 112. Danach soll sich der Ersthelfer seitlich neben den Patienten knien, die Hände verschränkt auf dem Brustkorb aufsetzen und das Brustbein 100-mal pro Minute fünf bis sechs Zentimeter zum Boden drücken. Auf diese Weise wird ein künstlicher Kreislauf erzeugt, der unter den gegebenen Umständen ausreicht, dass ausreichend Blut und Sauerstoff ins Gehirn fließen.

Mund-zu-Mund-Beatmung nicht erforderlich!

„Die Mund-zu-Mund-Beatmung bei den Patienten ist auch vor der Corona-Pandemie für Laien nicht zwingend empfohlen worden“, erklärt Professor Geldner. Weil sich rund 60 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände zu Hause ereignen, könne man bei Angehörigen wahrscheinlich auch in der Corona-Zeit die Mund-zu-Mund-Beatmung anwenden.