Bei ihr gibt's Trüffel und ein Lächeln

Bei ihr gibt's Trüffel und ein Lächeln

Teilnehmer am Workshop des Jazzclubs Trier loben stets dessen familiäre Atmosphäre. Dafür, dass sich die Musiker wie Zuhause fühlen, engagiert sich seit vielen Jahren Gitte Buddig. Sie sorgt zusammen mit ihrer Catering-Gruppe fürs leibliche Wohl, schafft Raum für Austausch und hat für jeden ein freundliches Wort und ein Lächeln. Auch hinter den Kulissen des Jazzclub-Alltags ist sie als gute Seele aktiv.

Trier/Saarburg. Gerade hat sie zusammen mit Helfern das Geschirr vom Mittagessen für 60 Personen abgeräumt, gespült und verstaut. Nun öffnet Gitte Buddig schon wieder die Cafeteria, die sie für die Dauer des Jazz-Workshops in der Tufa als Treffpunkt zum Kennenlernen, Ort für entspannende Pausen und gegenseitigen Austausch eingerichtet hat. Mit tatkräftiger Unterstützung der ebenso engagierten Lupi Theune kümmert sie sich hier um das Wohl der Teilnehmer.
TV-Serie Kulisse


"Sie bekommen Kaffee, Süßigkeiten und Getränke, was man auf so einem Workshop eben braucht", sagt sie. Im Angebot finden sich unter anderem von ihr selbst hergestellte Trüffel: "Die sind gut gegen Nervosität." Ein Lächeln, nette und bei Bedarf ermutigende Worte gibt es dazu: "Wir sind ja auch Seelsorger, speziell sonntags vor dem Abschlusskonzert."
Gitte Buddig blickt auf viele Jahre Erfahrung zurück. Seit ihr Ehemann Nils Thoma vor zwölf Jahren erster Vorsitzender des Jazzclubs Trier wurde, kümmert sie sich um das Catering beim Workshop und um die Vorbereitungen wie einkaufen, backen, das Essen planen und beim Textorium bestellen. Sie hat und will keinen Vorstandsposten im Jazzclub und bezeichnet sich als "helfendes Mitglied": "Ich tue das aus Lust und aus Liebe zum Verein, für den der Workshop etwas ganz Wichtiges ist." Denn hier gehe es um die Förderung von Musikern, die den Jazz aktiv am Leben erhielten. "Und wir wollen das Musikalische mit dem Sozialen und Familiären verbinden."
Dieser Anspruch spiegelt den roten Faden ihrer eigenen Biografie. 1953 wurde Gitte Buddig in Dänemark geboren: "Ich komme aus einem sehr jazzigen Land und habe in meiner Jugend viel Jazz gehört", erklärt sie. Als in Englisch, Spanisch, Nordischer Philologie und auch Hauswirtschaft ausgebildete Lehrerin lebte sie von 1986 an lange in England und Spanien und pflegte viele internationale Freundschaften. Dann ging sie nach Luxemburg, wo sie als Beamtin der EU-Kommission ihren Arbeitskollegen Nils Thoma kennenlernte, den sie später heiratete. Dass dieser auch Saxofonist und Jazzmusiker ist, wusste sie zunächst gar nicht.
Dank dieser glücklichen Fügung teilen sie neben dem Leben nun auch das Engagement für die Musik. Zusammen betreiben sie das Jazz-Label Portabile, jeder setzt sich auf seine Weise im Jazzclub Trier ein. Gitte Buddig sagt, sie wirke gerne im Hintergrund. Sie schafft gastliche Atmosphäre, sitzt an der Kasse, fotografiert die Konzerte, versorgt die Bands und pflegt die Kontakte mit ihnen. Viele Bindungen sind dadurch entstanden, in der Jugendstilvilla des Paares in Saarburg gehen Musiker ein und aus. Einer ist der niederländische Trompeter Ack van Rooyen, den die beiden als Stargast beim Jazzfest am Dom kennengelernt hatten. Er kam gerne zum Jubiläum des Jazzclubs wieder und legte Wert darauf, nicht in einem Hotel, sondern bei den Gastgebern privat untergebracht zu werden.
Für Gitte machen solche Momente den Lohn für und die Freude an ihrem Engagement aus: "Ich spiele kein Instrument und singe nicht, aber auf diese Weise kann ich ein Teil dieser speziellen Welt der Musiker sein. Das ist ein Glück und eine Bereicherung."
In der TV-Serie "Kulisse" stellt der TV Menschen vor, die im Kulturleben wichtig sind - auch wenn sie nicht ganz vorne auf der Bühne stehen. Sie kennen Menschen, die in diese Serie passen würden? Schreiben Sie eine E-Mail an trier@volksfreund.de

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