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Bei Kasperle brennt's unterm Dach

Bei Kasperle brennt's unterm Dach

TRIER. (len) Mit Erziehung zur Sicherheit beschäftigte sich der Arbeitskreis Brandschutzaufklärung und -erziehung bei seiner Tagung in Trier (der TV berichtete). Spezielle Programme sollen Kinder und in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen wie Senioren über die Gefahren eines Brandes aufklären.

"Messer Schere, Gabel, Licht sind für kleine Kinder nichts." Nach einem alten Sprichwort sollten Kinder mit Feuer nichts zu tun haben. Dass es vernünftiger ist, ihnen Wissen über Brandgefahren zu vermitteln und einen verantwortungsvollen Umgang mit Streichhölzern zu üben, zeigte sich bei der Tagung. "Feuer übt eine Faszination aus", sagt Volker Meyer, Leiter des Arbeitskreises Brandschutzaufklärung und -erziehung des Deutschen Feuerwehrverbands und der Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes. "Kinder müssen lernen, dass das Feuer zwei Gesichter hat, dass es nicht nur Nutz- sondern auch Schadensfeuer gibt." Jede dritte fahrlässige Brandstiftung wird durch Kinder oder Jugendliche verursacht. Um die Neugier der Kinder zu befriedigen, sollten sie sich unter Aufsicht damit vertraut machen können. Meyer: "Wichtig ist es, Kindern unter Anleitung zu zeigen, wie ein Streichholz gezündet wird. So kann ein Kind die Faszination des Feuers erleben, ohne dass ein Schaden entstehen kann." Seit Jahrzehnten klären Schulen und Kindergärten mit Unterstützung von Feuerwehren und Versicherungen auf. Meyer: "Auch Kleinkindern wird eingebleut, wie sie heißen und wo sie wohnen. Diese Information, verbunden mit den Worten 'Bei mir brennt's', ist doch schon eine perfekte Brandmeldung." Wichtig ist für die Brandschützer, den Stoff kindgerecht zu vermitteln. So präsentierte Andreas Ulbrich vom Puppentheater Prenzlkasper aus Berlin den Einsatz von Kasperle und Genossen zur Brandschutzaufklärung. Neu entwickelten die Brandschützer ein Konzept, um ältere, in ihrer Mobilität beeinträchtigte Menschen auf einen möglichen Brand vorzubereiten. Mit einem wollen die Brandschützer nichts zu tun haben: mit dem Bild vom Feuer, das in Film und Fernsehen vermittelt wird. "Es gibt keine Helden, die durch die Flammen springen", sagt Meyer. "Bei einem Feuer ist es schwarz wie die Nacht. Hauptgefahr ist nicht die Hitze, sondern der Rauch. Er wirkt nicht nur erstickend, er ist auch giftig. Der Rauch breitet sich von der Zimmerdecke her nach unten aus. Nur nach wenigen Atemzügen fallen Sie aufgrund einer Rauchvergiftung um."