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Bei Kindermeilenkampagne in Trier haben Kinder grüne Meilen gesammelt

Schule : Wie Umweltschutz Kindern Spaß macht

Bei der Kindermeilenkampagne haben Trierer Kita- und Grundschulkinder auch dieses Jahr für jeden umweltfreundlich zurückgelegten Weg grüne Meilen gesammelt. Insgesamt 12 555 gesammelte Meilen konnten sie nun stolz der Bürgermeisterin überreichen.

Umweltschutz – ein wichtiges Thema, das auch in Zeiten von Corona nicht in Vergessenheit geraten darf. Dass es dabei auf jeden Einzelnen ankommt, zeigt seit 2002 die jährliche Aktionswoche des Europäischen Klima-Bündnis in Frankfurt. Schulen und Kindertageseinrichtungen werden dazu ermutigt, Kinder im Alter zwischen vier bis zwölf im Rahmen einer Aktionswoche für Themen wie Klima- und Umweltschutz zu sensibilisieren.

Zum zehnten Mal war auch Trier dabei. Dieses Jahr sind acht Trierer Grundschulen und drei Kindertagesstätten dem Aufruf aus Frankfurt gefolgt mitzumachen. Teil der Aktionswoche, die in Trier auf die Woche vom 21. bis 25. September fiel, ist die Kindermeilenkampagne. Ihr Ziel ist es, dass die Kinder ihre Wege zur Schule oder zur Kita umweltfreundlich, das heißt wahlweise zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Roller oder dem Bus zurücklegen. Dabei brachte ihnen jeder umweltfreundlich zurückgelegte Weg eine grüne Meile ein.

In Trier haben insgesamt 968 Kinder aus 43 Schulklassen und 12 Kindertagesstättengruppen teilgenommen. Wie bereits in den Jahren zuvor übernahmen das Grundschulreferat der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und die Lokale Agenda 21 Trier die Organisation.

Bei der Abschlussveranstaltung übergaben die Kinder ihre in der Aktionswoche insgesamt 12 555 gesammelten Meilen an die Bürgermeisterin Elvira Garbes. Die gesammelten Meilen aller teilnehmenden Kinder europaweit wird das Klimaschutzbündnis bei der nächsten UN-Klimakonferenz in Glasgow den Teilnehmern überreichen. Die Idee dahinter ist, dass die kleinen Klimaschützer zeigen können, wie wichtig es ist zu handeln, und dass auch sie einen Beitrag leisten.

Eigentlich hatten die Organisatoren geplant, das Jubiläum zur zehnten Teilnahme Triers besonders zu feiern, erzählt die Schulrätin Julia Koch vom ADD. Seit 2013 diente dazu das Broadway als Veranstaltungsort für 80-100 Kinder.

An diesem Dienstag nehmen stellvertretend für alle anderen Kita- und Grundschüler, der vierjährige Thies, von der Kindertagesstätte Mutterhaus und der achtjährige Tim, von der Grundschule Feyen, an der Abschlussveranstaltung teil. Die von den anderen Schulen und Kindergartengruppen teilnehmenden Kindern nahmen für Elvira Garbes Botschaften per Foto oder Video auf.

„Es ist schade, dass dieses Jahr coronabedingt, nicht mehr Kinder dabei sein können.“, findet auch Geschäftsführerin der Lokalen Agenda Sophie Lungershausen. Trotzdem gibt es viel Anlass zur Freude. In Trier haben dieses Jahr mehr teilgenommen als 2020.

Tim war bereits letztes Jahr dabei und erzählt Elvira Garbes stolz, dass ihm die Aktion wieder viel Spaß gemacht habe. Auch Corona kann er durchaus etwas positives abgewinnen: „Meine Freunde gehen seit diesem Jahr viel mehr wandern und haben neuen Spaß daran gefunden.“

Der kleine Thies erzählt, er sei vor allem mit seinem Fahrrad und Roller zum Kindergarten gekommen und zeigt seinen gebastelten Fuß, mit vielen grünen Punkten. „Für jede grüne Meile durften die Kinder einen grünen Punkt aufmalen“, so sein Erzieher Pascal Deutschen.

Die Aktion umfasste jedoch auch andere klimafreundliche Aktionen. Tim: „Auch fürs Licht ausschalten, wenn wir es nicht mehr brauchen, haben wir Striche gesammelt“. In Zusammenhang mit der Aktionswoche seien an der Grundschule laut der Schulleiterin Pia Block, weitere Projekte und Unterrichtsideen entstanden. Dazu gehörte zum Beispiel, dass die Kinder sich bei der Kartoffel- und Apfelernte damit beschäftigten, wie wichtig gesundes Essen ist und welchen Beitrag regionale Produkte zum Umweltschutz leisten können.

Elvira Garbes betont, es sei besonders schön zu hören, dass es den Kindern auch Spaß gemacht hat. Sophie Lungershausen fügt dem hinzu, dass es Sinn der Aktion sei, die Kinder selbst entscheiden zu lassen. „Im Besten Fall erreichen wir somit auch indirekt die Eltern, die dadurch die Erfahrung machen, dass sie ihre Kinder nicht immer unbedingt fahren müssen.“

Die Aktion zeigt somit nun einmal mehr, dass es gut ist Kindern etwas zuzutrauen. Nach dem Willen der Organisatoren soll die gebührende Feier zum Jubiläum, sobald es möglich ist, nachgeholt werden.