Beim Thema Barrierefreiheit trumpft Trier groß auf

Beim Thema Barrierefreiheit trumpft Trier groß auf

Der Inklusionsplan Trier gilt als vorbildlich für Rheinland-Pfalz. Jetzt gibt es ihn auch in Leichter Sprache. Barrierefreie Formulare sollen im Trierer Rathaus bald folgen.

Wie kann Rheinland-Pfalz zu einem in allen Bereichen barrierefreien Land werden? Die Vertreter von 17 Städten, Kreisen und Verbandsgemeinden arbeiten derzeit im Netzwerk der Kommunalen Aktionspläne daran, wie Menschen mit Behinderung eine bessere Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht werden kann. "Trier ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein Aktionsplan mit einem vorbildlichen Beteiligungsprozess erstellt und umgesetzt wird", sagt Landesbehindertenbeauftragter Mattias Rösch.

Im Trierer Rathaus diskutierte er am Donnerstag mit den Netzwerk-Akteuren, wie Städte und Gemeinden voneinander lernen können. Für Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe steht außer Frage: "Wir geben unsere Erfahrungen gerne weiter." Das Thema Inklusion (siehe Info) hatte Leibe vor zwei Jahren als Chefsache von seinem Vorgänger Klaus Jensen übernommen. "Barrierefreiheit ist nicht nur die abgeflachte Bordsteinkante. Im Rat herrscht große Übereinstimmung, dass wir Inklusion leben müssen. "

Wesentlich sei eine leicht verständliche Sprache, verdeutlicht Uta Hemmerich-Bukowski, die Verantwortliche für den Trierer Aktionsplan. Dem in Leichte Sprache übersetzten Inklusionsplan sollen bald Formulare und Broschüren folgen. "Wie von fast allen Maßnahmen der Inklusion profitieren davon alle Menschen."

Der Inklusionsplan Trier ist in einem zweijährigen Diskussionsprozess mit 800 Akteuren erstellt worden. Die ersten 59 der 119 formulierten Maßnahmen will die Stadt in diesem und im nächsten Jahr umsetzen. "Dadurch entstehen zwar Kosten, aber auch neue Arbeitsplätze", ist Oberbürgermeister Wolfram Leibe sicher.

Triers Behindertenbeauftragter Gerd Dahm ("Inklusion ist eine Richtung und kein Prozess, der abgeschlossen werden kann") ist mit der Dynamik zufrieden, die das Thema entwickelt hat. Peter Musti, sein Kollege aus Konz, wäre gerne weiter. "Ich werde die Diskussion über einen eigenen Inklusionsplan anstoßen." Ähnliches Potenzial gibt es im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Kreis Bernkasel-Wittlich. Im Vulkaneifelkreis fehlen noch die Ansätze dafür.
Inklusion in Leichter Sprache


Inklusion heißt:
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.

Es gibt keine Unterschiede.

Alle Menschen können ohne Hindernisse dabei sein.

Das gilt für alle Lebens-Bereiche.

Für Inklusion gibt es einen Vertrag.

Viele Länder haben den Vertrag unterschrieben.

Der Vertrag heißt in schwerer Sprache:
UN-Behinderten-Rechts-Konvention

Aus dem Aktionsplan Inklusion der Stadt Trier in Leichter Sprache. Übersetzung von Eule, Büro für Leichte Sprache, Mainz.

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