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Bekenntnisse gegen Menschenfeindlichkeit

Bekenntnisse gegen Menschenfeindlichkeit

Die Stadt Trier setzt auf die Integration von Flüchtlingen. Das Programm "Demokratie leben!" des Bundesfamilienministeriums kommt ihr dabei zu Hilfe. Alleine in diesem Jahr unterstützt es mit 75 000 Euro insgesamt 14 Initiativen und Vereine.

Trier. Bürgermeisterin Angelika Birk ist froh darüber, dass rechtsradikale Tendenzen und Fremdenfeindlichkeit in Trier keine große Rolle spielen. "Wir haben ein gutes Klima in der Stadt", sagt sie bei der Vorstellung der Projekte, die im ersten von fünf Förderjahren durch das Bundesprogramm "Demokratie fördern! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" realisiert werden. 75 000 Euro stehen dafür 2015 zur Verfügung. Mindestens 55 000 Euro gibt es auch in den Folgejahren bis 2019.Partnerschaft für Demokratie: Im Frühjahr hat sich im Rahmen des Projekts die "Partnerschaft für Demokratie" gebildet, in dem neben dem federführenden Jugendamt Trier der Verein "Für ein Buntes Trier - Gemeinsam gegen Rechts" sowie weitere städtische und gesellschaftliche Institutionen die wichtigsten Ziele für die Projektarbeit formuliert haben. Schwerpunkt: Die Etablierung einer Willkommenskultur für Asylsuchende und Migranten. Koordinierungs- und Fachstelle: Der größte Teil der Fördersumme (25 000 Euro) ist 2015 für die Errichtung einer Koordinierungs- und Fachstelle verwendet worden. Diese Aufgabe hat der Buntes Trier e.V. übernommen und zahlreiche Initiativen der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe vernetzt. Dafür und für Öffentlichkeitsarbeit stehen zusätzlich 5000 Euro zur Verfügung. Besonders durch die Organisation von Demonstrationen ist der Verein in der Öffentlichkeit wahrgenommen worden.Jugendfonds: Auch das Jugendforum hat sich auf Initiative des Vereins am 2. Oktober konstituiert. Die Jugendlichen sollen eigene Projekte entwickeln. 5000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Aktionsfonds: Insgesamt 40 000 Euro aus dem Bundesprojekt werden für 14 Projekte verwendet, die überwiegend unmittelbar mit der Integration von Flüchtlingen zu tun haben. So wurde mit einem Zuschuss von 5000 Euro unter anderem das Café Welcome im Bürgerhaus Trier-Nord ermöglicht, eine Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Einheimische. Der Verein Kulturlabor konnte mit einer solchen Fördersumme seine Kunstprojekte mit Kindern und Jugendlichen in der Erstaufnahmeeinrichtung und in der Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco Helenenberg starten. Gefördert werden zum Beispiel auch ein Stadtplan für Flüchtlinge (Multikulturelles Zentrum), Streitschlichter- und Theaterprojekte der Keune-Grundschule oder das Konzert "Punk for Participation" der Sozialistischen Jugend-Gruppe Die Falken. Der Verein Lokale Agenda 21 erhielt für ein spezielles Angebot beim Zukunftsdiplom ebenso einen Zuschuss wie der Treffpunkt am Weidengraben für ein Integrationsprojekt im Burgunderviertel. Mit 10 000 Euro werden zudem Maßnahmen im Themenbereich gewaltorientierter Salafismus/Islamismus unterstützt (AG Frieden; Treffpunkt am Weidengraben). Fördermöglichkeiten: Welche Aktionen 2016 gefördert werden, ist noch nicht entschieden. Darüber wird im Januar der Begleitausschuss befinden, dem auch Sozialdezernentin Angelika Birk und die Inklusionsbeauftragte Uta Hemmerich-Bukowski angehören. Bis 1. Dezember können Projekte eingereicht werden. Dazu genügt zunächst eine formlose E-Mail an melanie-breinig@buntes-trier.orgMeinung

Gute Basis für IntegrationFlüchtlinge - kein Thema ist in Trier so dauerhaft präsent wie dieses. Dass dabei nicht von einer Krise die Rede ist, hat auch mit vielen Initiativen und Aktionen in dieser Stadt zu tun, die sich für eine Willkommenskultur und die schnelle Integration der geflüchteten Menschen einsetzen. Viele davon waren nur mit dem Zuschuss aus dem Bundesprogramm "Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" möglich. Selten hat ein Förderprogramm derart gut in die Zeit gepasst. Das zunehmend abgestimmte Agieren ehrenamtlicher und professioneller Initiativen wäre ohne diesen Anschub kaum realisierbar gewesen. Es war wichtig, dass sich die Stadt Trier - wie 217 andere Kommunen - an diesem Bundesprogramm beteiligt. Die Basis für die Bewältigung der Herausforderung Flüchtlinge steht. Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit haben in Trier keinen Platz. r.neubert@volksfreund.de