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Belastung früher viel höher

Belastung früher viel höher

Zum Bericht "Zu viel Metallstaub in der Hafen-Luft" (TV vom 18./19. September):

Auch wenn sich die Schwermetall-Emissionen in den Stadtteilen Ruwer, Biewer und Pfalzel in den vergangenen drei bis vier Jahren verbessert haben, bleiben für mich noch folgende Fragen: Wie sieht die Schwermetall-Belastung von langjährigen Arbeitnehmern im Trierer Hafen aus? Haben "belastete" Arbeitnehmer Ansprüche an die Berufsgenossenschaft? Dazu gibt es keine Informationen.

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord stellt fest: Die Gesundheit der 3000 Mitarbeiter im Industriegebiet Trierer Hafen ist in keiner Weise gefährdet - trotz Überschreitungen der Grenzwerte. Eine Aussage zur Gesundheitsgefährdung während der vergangenen 30 Jahre macht niemand. Wurden langjährige Beschäftigte auf entsprechende Belastungen untersucht? Auf Nachfrage heißt es: nur vereinzelt auf besonderen Wunsch.

Ich arbeitete bis 2008 - insgesamt 29 Jahre - im Trierer Hafen im Angestellten-Verhältnis. Vor Kurzem hatte ich eine Chelat-Therapie. Chelate werden in der Medizin bei Vergiftungen durch Schwermetalle eingesetzt. Die Laboruntersuchung bestätigte: Die Bleiausscheidung betrug das Fünffache des maximalen Grenzwertes.

Zur Info, was nicht im TV-Bericht stand, wohl aber im Bericht der SGD Nord: Am Messpunkt 8 im Trierer Hafen war der gemessene Bleiwert 2009 um das Dreifache höher als der erlaubte maximale Grenzwert. Da kann man sich leicht vorstellen, welche Belastungen in den 80er und 90er Jahren bestanden haben, als noch nicht so intensiv an der Schadstoffminimierung gearbeitet wurde. Dass die Metallstaub-Belastungen in diesem Zeitraum viel höher waren, wird auch von der SGD Nord nicht bestritten.

Die Bemühungen dieser Institution in allen Ehren. Aber wer unterstützt berechtigte Ansprüche aus der Vergangenheit gegenüber der Berufsgenossenschaft?

Otmar Mertesdorf, Trierweiler-Sirzenich

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