Belohnte Visionen

Wer stets seine Hausaufgaben macht, muss nicht zwangsläufig ein Streber sein. Aber er handelt in jedem Fall verantwortungsbewusst. Was in der Schule gilt, das gilt auch in der Stadt- und Verkehrsplanung.

Und hier wie dort kann sich verantwortungsbewusstes Mitdenken auszahlen. Eine Landesgartenschau 2004 wäre nie und nimmer in Trier über die Bühne gegangen, wäre am Augustinerhof nicht schon lange vor der Vergabe beharrlich darauf hingearbeitet worden. Jetzt boomt der Petrisberg erst recht. Das Simeonstift würde noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag auf die Erweiterung und Sanierung warten, hätte die Stadt nicht mit einer Planungsbasis von 1995 aufwarten können, die nun vorwiegend mit Geld aus Mainz bis zum Konstantin-Jahr 2007 ausgeführt werden. Visionen brauchen einen langen Atem. Auch wenn die Spurbus-Jungfernfahrt über den Petrisberg mit der ersten bemannten Mars-Landung zusammenfallen sollte - wenn sie überhaupt möglich wird, dann liegt das daran, dass im Rathaus Jahre vorher verantwortungsvolle Leute über den Tellerrand von Amtszeiten und Wahlterminen hinweg geblickt haben. Selbst die Kommunalpolitiker, die vor einigen Jahren die ÖPNV-Querverbindung totreden wollten, müssen heute zugeben, dass sie ohne echte Alternative ist. r.morgen@volksfreund.de