Bemerkenswerter Vorstoß

Die Stadt Trier und ihre Schulen – dieses Thema bietet seit vielen Jahren Zündstoff.

Die Stadt Trier und ihre Schulen – dieses Thema bietet seit vielen Jahren Zündstoff. Mit einem Schlag wurden die großen Probleme greifbar, als Schuldezernent Ulrich Holkenbrink einen Bericht vorlegte, der einen Sanierungsstau von 30 Millionen Euro aufzeigt. Dass die Mängel-Dokumentation und die im Kommunalwahlkampf 2004 hastig mit Hilfe von Sonderkrediten eingeleiteten Sanierungen nicht der Weisheit letzter Schluss sein dürften, war klar. Nun kommt endlich der nächste Schritt. "Bravo" möchte man dem Dezernenten zurufen, der es mit einem sorgfältig ausgearbeiteten Papier geschafft hat, eine große Mehrheit im Stadtrat für dieses wichtige Thema zu gewinnen. Holkenbrink bringt zum Nutzen aller seine Fachkenntnisse als ehemaliger Lehrer ein, was der Verwaltungsvorlage deutlich anzumerken ist. Und er setzt bei der Verfahrensweise auf einen bemerkenswerten Weg: Er holt alle Betroffenen schon im Anfangsstadium ins Boot. So könnte es möglich werden, dass zwar kontrovers über strittige Fragen wie die mögliche Schließung von Schulen debattiert wird, am Ende aber alle an einem Strang ziehen. Nur eines darf nicht passieren: dass heiße Luft produziert wird und am Ende nichts heraus kommt. Ein politisches Eigentor hat bereits zu Spielbeginn die SPD geschossen: Wer mit fadenscheinigen Ausflüchten seine Mitarbeit verweigert, um dem Dezernenten eins auszuwischen und dessen jahrelang untätigen sozialdemokratischen Vorgänger zu schützen, der disqualifiziert sich selbst. f.giarra@volksfreund.de