Benefizaktion in Trier: Mit Burpees Geld sammeln - Wenn Muskeln für Nestwärme brennen

Mit Burpees Geld sammeln : Benefizaktion in Trier: Wenn Muskeln für Nestwärme brennen

Sascha Thelen und Harald Klasen haben den Trierer Kornmarkt in ein Fitness-Studio verwandelt. Mit ihren Burpees sammeln sie Geld für kranke Kinder.

Irgendwann sagt auch Sascha Thelen nichts mehr. Bei dem Mann, der nach 180 Burpees noch gescherzt hat, jetzt sei er aufgewärmt, kämpft.

Die Arme schmerzen und die Beine auch. Ab und zu liegt er auf der grünen Matte, die auf der Bühne auf dem Kornmarkt ausgebreitet ist. Einige Sekunden Pause, bis es weiter gehen muss. Den Körper im Liegestütz nach oben drücken, auf die Beine und dann ein Strecksprung, Kniebeuge. Dann wieder Liegestütz, Strecksprung, Kniebeuge. Das sind sogenannte Burpees. 500 Stück in 50 Minuten haben sich Thelen und Harald Klasen vorgenommen. Damit wollen sie Spenden für den Verein Nestwärme sammeln, der dieses Jahr 20-jähriges Bestehen feiert.

„20 000 Euro sollen es werden“, sagt Thelen. Ein Zahlenspiel, wie es Thelen und Klasen lieben. Wie kommt man überhaupt auf die Idee, die Fitnessübungen aus dem Kraftraum mitten in die Stadt zu bringen? 2018 machte Fitnessfreak Thelen die Übungen jeden Tag. Zu Hause, im Urlaub in Spanien und China und am 31. Dezember beim Silvesterlauf auf den Trierer Hauptmarkt. Am 352. Tag leistete Klasen ihm Gesellschaft und am 1. Januar schrieb der Ironman-Triathlet aus Lünebach (Eifelkreis Bitburg-Prüm): Wenn Thelen bis zum 500. Tag weitermachen würde, wäre das der 15. Mai. Wieso daraus nicht eine Benefizaktion machen? 500 Burpees am 15. Mai?

„Ich habe keine zehn Minuten überlegen müssen“, sagt Thelen. Wer mit der Spendenaktion unterstützt werden sollte, war schnell klar. Klasen spendet schon seit längeren für jeden gelaufenen Wettkampf-Kilometer einen Euro für Nestwärme. Was man im 20. Jahr des Bestehens des Vereins, der kranke Kinder und ihre Familien unterstützt, erreichen wollte war ebenfalls keine Frage: 20 000 Euro. Zahlenspiele eben. Diese Vorliebe verfluchen Thelen und Klasen während der Burpee-Challenge insgeheim. Irgendwann nach 200 Burpees brauchte Klasen eine Pause. „Ich habe nur im bei mir zu Hause im kühlen Keller trainiert“, erklärt er. Die Sonne und die Wärme, die die Trierer in die Straßencafés und rund um die kleine Bühne auf dem Kornmarkt lockt, ist er nicht gewohnt und wird auch Thelen fast zum Verhängnis. „Das war sehr, sehr hart. Bei den Burpees gibt es keine Kühlung. Ein Wasserschlauch wäre nicht schlecht gewesen“, erzählt der Athlet. Petra Moske, Vorstandsvorsitzende von Nestwärme ist begeistert: „Das ist eine geniale Aktion, die uns allen so viel Freude bereitet.“ Und Sport und Kinderhospizarbeit, das passe zusammen. „Was wir machen, hat etwas mit Stärke zu tun. Genauso wie das, was die Sportler machen.“

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