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Benzin und Diesel in Trier und Umgebung so teuer wie nie

Energiepreise : Mehr als 2,60 Euro: Rekordpreise für Sprit in der Region Trier

Tankstellen in und um Trier gehören zu den teuersten in Deutschland. Der Preisunterschied zu Luxemburg wird immer größer.

Seit vergangener Woche gibt es einen keinen Tankrabatt mehr. Seit dieser Zeit sind die Spritpreise förmlich explodiert. Dabei liegt die Preissteigerung zum Teil deutlich über den Rabatten, die bis Ende August gegolten haben. Seit Donnerstag erreichten die Preise an den Zapfsäulen unter anderem in Trier neue Höchststände.

Laut dem Vergleichsportal Clever tanken kostete der Liter Diesel zum Teil deutlich mehr als 2,60 Euro. Im Tagesverlauf lag er vereinzelt bei 2,67 Euro. Überall in der Region lag der Dieselpreis am Mittag über zwei Euro. Für Super E10 mussten in Trier bis zu 2,55 Euro bezahlt werden. Eine Woche zuvor, nach Ablauf des Tankrabatts, lag der Durchschnittspreis für Super E10 in Trier bei 2,265 Euro. Für Diesel lag der durchschnittliche Preis bei 2,337 Euro.

Trier gehört damit wieder einmal zu den Städten in den Tanken im deutschlandweiten Vergleich am teuersten ist. Nach einer Erhebung des Vergleichsportals benzin.de belegten Trier, Konz und Saarburg die Plätze zwei bis zwölf bei den teuersten Tankstellen, sowohl was die Preise für Diesel als auch für Super E10 betrifft. Teurer war am Freitagmittag Sprit nur im brandenburgischen Cottbus. Der Preisunterschied bei Super E10 zwischen der laut benzin.de billigsten Tankstelle im schleswig-holsteinischen Marne und der teuersten in Trier liegt bei fast 90 Cent, bei Diesel beträgt die Differenz rund 70 Cent.

Mit den neuen Höchstpreisen an den Zapfsäulen in und um Trier wächst wieder die Ersparnis beim Tanken in Luxemburg. Super kostete am Freitag im Nachbarland 1,658 Euro – ein Preisunterschied von fast 90 Cent gegenüber der teuersten Tankstelle in Trier. Beim Diesel lag die Ersparnis am Freitag bei fast 80 Cent, der Liter kostete in Luxemburg 1,877 Euro.

Laut Erhebungen des Bundeskartellamtes müssen die Autofahrer in Region Trier für Super überdurchschnittlich mehr bezahlen als in anderen Gebieten. Nur in Bayern sind die Preise zum Teil noch höher. Auch Diesel ist demnach laut Bundeskartellamt in der Region teurer als etwa in Nachbarbundesländern.

Nach Angaben des ADAC ist das Ausmaß der Preisanhebungen ebenso wie das aktuell viel zu hohe Preisniveau nicht zu rechtfertigen. Obwohl erst nach dem Ende des Tankrabatts am 31. August die Steuerbelastung bei Benzin um 35 Cent je Liter und bei Diesel um 17 Cent gestiegen ist, seien die Kraftstoffpreise insbesondere in der zweiten Augusthälfte bereits massiv angehoben worden.

 Die Kraftstoffpreise werden nach Angaben von Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, außer durch die Höhe der Energiesteuer und der Entwicklung des Rohölpreises von zahlreichen weiteren Faktoren beeinflusst. „Die Branche führt vor allem Knappheiten und Kostensteigerungen ins Feld. Es gibt bestimmte Umstände, wie zum Beispiel der Abbau von Raffineriekapazitäten während der Pandemie, der Wegfall von Importmengen aus Russland, technische Ausfälle von Raffinerien, die Transportprobleme in Folge des Niedrigwassers und der Wiederanstieg der Nachfrage, die man berücksichtigen muss.“ Ob die Preisentwicklung und der nach wie vor große Abstand zu den Rohölpreisen dadurch hinreichend erklärt werden kann, will die Behörde in einer Untersuchung herausfinden.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern sich vor dem Tanken über die aktuellen Preise im näheren Umkreis informieren. Wer abends tankt, kann laut ADAC im Schnitt zwölf Cent gegenüber morgens sparen.