Beratung, Begleitung und Betreuung

Beratung, Begleitung und Betreuung

Alleinerziehende stehen vor einer besonderen Herausforderung, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. Sie müssen ihren privaten und beruflichen Alltag alleine planen und meistern und allen Beteiligten - Kind, Arbeitgeber und sich selbst - gerecht werden. Das Jobcenter Trier bietet in solchen Fällen Unterstützung an.

Trier. Bei der Agentur für Arbeit Trier sind derzeit 889 Alleinerziehende gemeldet. Die Geschäftsführerin des Jobcenter Trier Stadt, Marita Wallrich, stellt die Zielgruppe der Alleinerziehenden daher in den Fokus der arbeitsmarktpolitischen Förderung: "Alleinerziehende brauchen zusätzliche Hilfen, um dauerhaft eine finanzielle Unabhängigkeit von staatlichen Transferleistungen erlangen zu können. Dabei spielt eine gute und ausreichende Kinderbetreuung eine große Rolle. Denn nur wer sein Kind gut versorgt weiß, kann sich auch auf seine eigene Arbeit ausreichend konzentrieren und den Anforderungen einer beruflichen Tätigkeit gerecht werden. Für uns ist es daher wichtig, gemeinsam mit Trägern wie dem Palais zur Verbesserung der Situation für Alleinerziehende einen Beitrag zu leisten."
Das Jobcenter Trier Stadt bietet in Kooperation mit dem Palais unterschiedliche Projekte und Maßnahmen (derzeit Aktivierung Alleinerziehender und Zeit für Rat, Tat und Qualifizierung) zur Unterstützung, Aktivierung und Förderung von Alleinerziehenden an. In der Beratung, Begleitung und Betreuung stehen neben den Themen der Berufsorientierung, Stellensuche und Bewerbungsaktivitäten vor allem Themen der Kinderbetreuung und -versorgung sowie psychosoziale Belastungssituationen im Vordergrund.
Meist reichen die vorhandenen Betreuungsmöglichkeiten nicht aus, um der oft geforderten zeitlichen Flexibilität entsprechen und somit auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können. Hinzu kommt, dass Betriebe sich häufig mit Themen wie Teilzeitausbildung nicht oder kaum auskennen. Alleinerziehende haben es im Bewerbungsverfahren daher besonders schwer, da oftmals Fragen zur Kinderbetreuung in Krankheit und/oder Ferienzeiten im Fokus stehen. Können diese nicht befriedigend beantwortet werden, hat die Bewerberin oft trotz fachlicher Qualifikation keine Chance.
Neben der individuellen Arbeit mit den Alleinerziehenden steht daher auch Aufklärungs- und Informationsarbeit auf dem Programm. Denn nur wenn alle Einrichtungen und Betriebe flexibel und individuell auf die Situationen der Alleinerziehenden reagieren, können Integrationen dauerhaft erfolgreich gestaltet werden.
Ein gelungenes Beispiel für die Integrationsarbeit einer Alleinerziehenden stellt Jennifer dar: Die 23-Jährige, die zwei Kinder hat, wurde im Projekt Aktivierung Alleinerziehender des Palais betreut. Mit dessen Unterstützung konnte sie ihre Ausbildung zur Köchin vollenden, die sie im dritten Lehrjahr wegen ihrer Schwangerschaft abbrechen musste.
Da eine Teilzeit-Ausbildungsstelle, die mit der Kinderbetreuung kompatibel ist, in einem gas-tronomischen Betrieb schwierig zu finden ist, hat die junge Frau zu ihrem Praktikum eine zusätzliche Ausbildungsstelle im Café Balduin erhalten. Die Entscheidung wurde vom Jobcenter Trier unterstützt und mit einem monatlichen Ausbildungszuschuss gefördert. Im Sommer 2014 wird Jennifer ihre Abschlussprüfung machen können. red